Holzpelletheizung für ökologischen Kahlschlag

Holzpelletheizung

Holzpelletheizung

Moderne Hausbesitzer, die ihr flammendes Umweltgewissen wärmstens beruhigen möchten, haben in vielen Fällen eine Holzpelletheizung im Keller. Die ist ja so schön umweltbewusst, weil sie lediglich mit Holzabfällen arbeitet und bezüglich CO2 im klimaneutralen Modus operiert. Außerdem gilt eine Holzpelletheizung als erfrischend günstig für den Geldbeutel. Da heißt es beim Hobby-Klimaschützer allenthalben: Ein grünes Gewissen ist ein sanftes warmes Ruhekissen. So weit die realitätsferne Theorie. Im wirklichen Leben entpuppt sich der schöne Feuerschein der Holzpelletheizung allerdings als flammendes Inferno für die Umwelt.

Wälder sterben für die Holzpelletheizung

Die viel gepriesene nützliche Nachhaltigkeit einer Holzpelletheizung ist nur dann tatsächlich gegeben, wenn wirklich ausschließlich Holzabfälle in die Form kleiner Würmchen gepresst werden. Da aber immer mehr Ökofans auf den Holzwurmzug aufgesprungen sind und noch immer in Scharen weiterhin aufspringen, lässt sich der Hunger der Holzheizung längst nicht mehr nur mit den schäbigen Resten vom Sägewerk stillen. Inzwischen werden ganze Wälder abgeholzt (und danach nicht unbedingt wieder sachgemäß aufgeforstet), um der stetig wachsenden Anhängerschaft der Holzheizung nicht das Feuer ausgehen zu lassen. Natürlich nicht in Deutschland, Gott bewahre! Hier herrschen Recht und Gesetz – zumindest für 85% der hierzulande verfeuerten Pellets. Die Frage, aus welchen dubiosen Quellen die restlichen vom Markt nachgefragten Pellets stammen, könnte unter Umständen in Polen, Rumänien, Bulgarien oder Slowenien beantwortet werden. Denn dort unten in Osteuropa nimmt man es mit dem Schutz der Wälder nicht ganz so genau. Zusätzlich hat insbesondere in Rumänien die Korruption schon längst den Biber als gefährlichsten Fäller des Baumes abgelöst.

Holzpelletheizung im industriellen Maßstab

Natürlich sind es nicht nur die Häuslebauer, die mit ihrer Holzpelletheizung kräftig am ökologischen Ast sägen, auf dem wir alle sitzen. Umgerüstete Kohlekraftwerke, die jetzt auf Pellets Appetit haben, fressen dermaßen viel Holz, dass selbst die osteuropäische Versorgungsschiene bloß ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wie auch in Kanada müssen absurd viele Bäume für die Holzpelletheizung sterben. Dabei macht die gnadenlose Kettensäge noch nicht mal vor dem tropischen Regenwald halt. Fakt ist, dass weltweit ungezählte gesunde Bäume getötet aus dem Ökosystem gerissen werden, damit der ach so gutmenschlich umweltbewusste Holzpelletheizung nur ja nie der Nachschub ausgeht.

Das ist nicht nur pervers, das ist der blanke Horror. Dazu sagt die Fern-Bioenergieexpertin Linde Zuidema:

Die derzeitige Praxis führt zu irreversiblen Schäden von Wäldern und Weltklima. Das wäre das komplette Gegenteil von dem, was die EU mit ihrer Energiepolitik erreichen möchte.

Fazit: Über allen Klimagipfeln sieht man dumme Menschen sitzen.

– Milla Münchhausen –

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1 Antwort

  1. Michael Feiler sagt:

    Guter Bericht BR Fernsehen.da die Bundesregierung die Holzfeuerungsanlagen übermässig gefördert hat,reicht der einheimische Holzschlag bei weitem nicht mehr.Import unter anderem aus Russland mit dem Zug.Andere vorgeschlagene Lösung,Douglasien ,wächst schnell,braucht wenig Wasser.Ergebnis Monokulturen.

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