Özdemir, so ich Dir ;-)

Die Ice Bucket Challenge beginnt so langsam, ziemlich zu nerven. Klar, der gute Zweck heiligt die Mittel, aber irgendwann ist es auch mal gut mit der stark verwässerten Sturzbach-Pointe. Dachte ich. Bis sich der Herr Özdemir zu meiner extremen Belustigung dermaßen in die Nesseln, pardon, in den Hanf gesetzt hat, dass es im charakteristisch gezackten Blätterwald und auch im grasgrünen Internet nur so rauschte:

Ice Bucket Challenge mit Cem Özdemir

Ja was wächst dem Herrn Özdemir denn da? Wenn sich unsereiner als Privatperson statt als Politiker so einen sanften Protest in den Blumentopf packen würde, wäre aber ganz schnell Besuch von der DEA da (tschuldigung, ich hab noch zu viel Breaking Bad im Kopf 😆 ) Aber wenn der Herr Özdemir das macht, und sich dabei auch noch stolz wie Bolle filmen und ins Netz stellen lässt, dann ist das nach den weisen Worten von BDK-Bundeschef André Schulz keine strafbare Handlung wie bei Otto Normalverbraucher, sondern eine „leichte Dusseligkeit„.

Die zweierlei Maß, mit denen hier gemessen wird, sind ein Schlag ins Gesicht all der schwerst leidenden Schmerzpatienten, denen diese „leichte Dusseligkeit“ das Leben wieder lebenswert machen würde, die aber leider nicht so dusselig wie Herr Özdemir sein dürfen, und die deshalb gepeinigt in die Röhre gucken müssen.

Wenn Herr Özdemir tatsächlich ungestraft damit durchkommt, dass er angeblich nicht bemerkt habe, dass sich da eine Hanfpflanze ins bewegte Bild gemogelt hat, dann kann ich nur jedem dazu raten, sich ebenfalls im Rahmen einer neurochirurgischen Behandlung das Hirn durch ein feuchtes Brötchen ersetzen zu lassen, und anschließend ein prominenter Politiker zu werden. Dann wird das Auge des Gesetzes nämlich großzügig über die ansonsten hochnotpeinlich verfolgten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz hinwegsehen. Oder vielleicht sogar gemäß §20 StGB (ohne Schuld handelt, wer zu dusselig ist und bleibt, das Unrecht seiner Tat einzusehen) einen lebenslang gültigen Jagdschein ausstellen.

Selig die Armen im Geist, denn ihr ist das Reich der Himmel. Und das Recht auf Hanf. Was für eine ekelhafte gesellschaftspolitische Scheinheiligkeit 🙁

Erlaubt jedem das Kiffen, oder verbietet jedem das Kiffen! Aber etabliert bitte keine Zwei-Klassen-Gesellschaft, unter der wieder mal nur die falschen Leute leiden müssten!

– Milla Münchhausen –

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9 Antworten

  1. Anonymous sagt:

    Ich wünsche mir, dass Herr Özdemir dieses Vorkommnis zum Anlass dafür nimmt, endlich mal die bislang eher schlaff angemahnte Legalisierung von Cannabis mit aller politischen Entschlossenheit durchzuboxen. Denn: Es ist völlig inakzeptabel, dass sich hierzulande jeder ganz legal totsaufen und totrauchen kann, wie er mag, während „kleine Kiffköppe“ alle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

    Lieber Herr Özdemir! Was Ihnen da passiert ist, kann sich zum Segen und zum Triumpf der Gerechtigkeit entwickeln – wenn Sie jetzt Rückgrat, Mut und Entschlossenheit beweisen! Nutzen Sie bitte die Gunst der Stunde! Für Ihre eigene Glaubwürdigkeit und zum Wohle Ihrer Wähler!

  2. Greenpiece sagt:

    Wenn Cem Özdemir schlau wäre, dann würde er diese selbst eingestielte Steilvorlage nutzen, um in Sachen Hanf endlich man Nägel mit Köpfen zu machen. Dazu braucht es allerdings schon ein bisschen mehr, als sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu kippen.

    Herr Özdemir: Wenn Sie es wirklich Ernst meinen mit der Legalisierung des Cannabis-Konsums, dann wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, endlich mal zum grünen Parteiprogramm zu stehen. Nutzen Sie Ihren ganz offensichtlichen Diplomaten-Bonus, um für sich und für Ihre Partei etwas wirklich Sinnvolles auf den Weg zu bringen.
    JETZT!!!

  3. Hempus sagt:

    Ich habe gerade das hier gelesen:

    Grünen-Chef Cem Özdemir steht zu Hanfpflanze auf seinem Balkon
    http://www.derwesten.de/panorama/gruenen-chef-cem-oezdemir-steht-zu-hanfpflanze-auf-seinem-balkon-id9749094.html

    In dem Artikel heißt es (ich zitiere):

    Strafrechtliche Konsequenzen drohen wohl nicht

    Denn obwohl Özdemir und die Pflanze im selben Video zu sehen sind, ist keinesfalls sicher, dass sie dem Grünen-Vorsitzenden auch gehört. Auch, dass er die Pflanze selbst angebaut hat, kann nicht belegt werden. Es ist also insgesamt eher unwahrscheinlich, dass Özdemir nach seinem Pro-Hanf-Statement strafrechtliche Konsequenzen drohen.

    Hallo??? Man muss also nur sagen, dass einem die Pflanze nicht gehört und dass man die Pflanze nicht selbst angebaut hat, mit der man zusammen angetroffen wird, und damit lösen sich dann alle strafrechtlichen Konsequenzen in Wohlgefallen auf?

    Lieber Herr Özdemir – wenn Sie dafür sorgen, dass das ein jeder freie deutsche Bürger so handhaben kann, wie Sie es ganz offensichtlich können, dann haben Sie mich (und nicht nur mich) von Ihrer politischen Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit überzeugt. Aber nur dann und erst dann!

    Lassen Sie Ihrem Pro-Hanf-Statement handfeste Taten folgen, wenn Sie als Volksvertreter ernst genommen werden wollen.

  4. Heisenberg sagt:

    Guckt mal – könnte da echt wat ins Rollen kommen?

    Springt „Hanfzüchter“ Özdemir bei
    Grünen-Fraktionschefin fordert Legalisierung von Marihuana

    http://www.focus.de/politik/deutschland/legalisierung-von-marihuana-gefordert-gruenen-fraktionschefin-springt-hanfbauer-oezdemir-bei_id_4096643.html

  5. J. J. Kater sagt:

    Herr Özdemir hat sicher nichts zu befürchten. Überhaupt hat in dieser Bananrepublik kein Prominenter etwas zu befürchten (siehe z. B. Uli Hoeness). Wenn ich aber so eine Pflanze sichtbar auf meinem Balkon hätte, au weia …

    Also: Gebt das Zeug endlich frei und hört auf mit dem dogmatischen und unwahren Geschwätz von wegen „Einstiegsdroge“. Da freut mich die Äußerung eines bekannten deutschen Fernsehproduzenten und Moderators, der es mal in etwa so ausgerückt hat: „Es ist mir lieber, wenn mir des Nächtens 8 Bekiffte entgegenkommen, als 8 Besoffene.

  6. Canninchen sagt:

    Während sich Özdemir als „sanfter Protestler“ bestens mit Luxus-Eigenanbau versorgt und in seiner diplomatischen Unantastbarkeit sonnt, müssen weniger gesegnete chronische Schmerzpatienten jetzt schon in den Hungerstreik treten, damit sich ihrer dringenden Nöte irgendwie angenommen wird:

    Cannabis-Urteil mit Folgen
    Behörde reagiert, Patienten hungern

    Das Urteil galt als Sensation: Ein Kölner Gericht erlaubte chronisch Kranken, als Notlösung Cannabis zur Eigentherapie anzubauen. Die Behörde, die das zuvor verboten hatte, geht in Berufung. Darauf reagieren Patienten jetzt – mit einem Hungerstreik.

    http://www.n-tv.de/panorama/Behoerde-reagiert-Patienten-hungern-article13535096.html

    Was ist das bloß für eine himmelschreiende Ungerechtigkeit? Wo bleibt da eigentlich die Mündigkeit des Bürgers? Es ist wirklich nicht zu fassen, was hier in diesem bigotten Staat abgeht!

  7. Ein Verzweifelter sagt:

    Spätestens nach dem kläglichen Scheitern der Prohibition sollte es eigentlich auch der letzte Mensch kapiert haben, dass die Kriminalisierung psychotroper Substanzen genau das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich gewollt war. Drogenkriminalität kann nun mal nur auf dem Nährboden staatlicher Verbote bestens gedeihen. Oder anders gewendet: Wenn von jetzt auf gleich der Erwerb, der Besitz und der Konsum von Cannabis für den privaten Gebrauch nicht mehr strafbar wäre, könnte man dem kriminellen Drogensumpf beim Austrocknen zugucken. Und wenn der Staat dann auch noch so schlau wäre, für Produktion und Vertrieb von Cannabis das Monopol zu haben, dann wären mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Wann werden das die deutschen Polit-Pappnasen endlich mal kapieren? Staatlich kontrollierter Cannabis-Handel würde bald sämtliche Finanzkassen als Selbstläufer zum Überfließen bringen, und alle wären glücklich und zufrieden. Herrgott noch mal, wann wird diese banale Erkenntnis endlich mal in die obrigen Betonköpfe eindringen? Es ist wirklich zum Verzweifeln mit all dieser arrogant überheblichen Ignoranz hinter dem spärlich dimensionierten Feigenblatt von Demokratie und Aufgeklärtheit.

  8. Canninchen sagt:

    Die Kriminalisierung von Drogenkonsum ist als Präventionsmodell komplett gescheitert. Diese Einsicht greift immer weiter um sich. Darum gibt es jetzt sogar schon eine Gruppe von veritablen Ex-Staatschefs um den früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan, die sich seriös dafür aussprechen, den Menschen endlich zu helfen, statt sie unsinnig leiden zu lassen. Näheres dazu hier:

    Frühere Staatspräsidenten fordern Liberalisierung bei Drogen
    http://www.gmx.net/magazine/gesundheit/fruehere-staatspraesidenten-liberalisierung-drogen-30020692

    Dazu sage ich nur: Deutschland, erwache!

    Die sofortige Legalisierung weicher Drogen würde Herrn Schäuble in seiner Eigenschaft als Finanzminister und viele andere Menschen in ihrer Eigenschaft als mündige Bürger sehr glücklich machen! Denkt mal drüber nach, anstatt immer nur den Drogenkartellen in die Hand zu spielen …

  9. Özzi sagt:

    Jetzt gehts lohoos:

    „Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Medienbericht gegen den Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir wegen des Besitzes einer Hanfpflanze. Die Immunität des Bundestagsabgeordneten sei wegen des Verdachts des Anbaus von Betäubungsmitteln aufgehoben worden, berichtet die „Bild am Sonntag“.“

    Der ganze Artikel auf
    http://www.n-tv.de/politik/Hanfpflanze-sorgt-bei-Oezdemir-fuer-Aerger-article14343111.html

    Erleben wir es noch, dass dieses ganze kontraproduktive Hickhack um Cannabis endlich abgeschafft wird? Wann, wenn nicht jetzt?

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