Sendung ohne Namen mit Kultstatus

Die Österreicher haben es einfach drauf. Kein dümmlich bevormundender FSK Kastrationszwang, dafür aber jede Menge schräger Humor der landestypischen Extraklasse. Für diese Behauptung möchte ich heute die Sendung ohne Namen als absolut köstliches Beispiel anführen. Denn in der Sendung ohne Namen geben ebenso belesene wie begnadete Satiriker ihre bissig zynisch witzig dadaistischen Kommentare zu Stichworten aus allen Zeiten ab. Und dem Zuschauer bleibt im Millisekundentakt die Wahl zwischen ungläubigem Staunen, grenzenloser Verblüffung, schallendem Lachen und pädagogisch wertvollen AHA-Erlebnissen.

Sendung ohne Namen, Folge 14

Sendung ohne Namen

Sendung ohne Namen

Was wäre, wenn? Diese Frage beschäftigt den wachen und mit sich selbst spielenden Geist immer mal wieder, und mal mehr oder weniger realitätsbezogen. Darum hat sich auch die Sendung ohne Namen in ihrer 14. Ausgabe der beliebten Thematik unter dem Stichwort „Angenommen“ angenommen. Da werden, unter anderem, die folgenden Aspekte thematisiert:

  • Angenommen Sie hätten ein Genital, das alle drei Tage nachwächst, was hieße das für Ihren Alltag?
  • Angenommen, Sie müssten nicht atmen, nicht essen und bräuchten keinen Sex, wäre Ihr Leben noch lebenswert?
  • Angenommen, es gebe eine Sendung ohne Namen, die sich ausschließlich dem Leben im Angenommenen widmet, würden Sie sich diese ansehen?

Sendung ohne Namen als mentales Fitnessstudio

Die „Generation MTV“ kommt bei den mehr als rasanten Schnitten in der Sendung ohne Namen voll und ganz auf ihre Kosten. Denn kein Bild bleibt kaum jemals länger als einige Sekundenbruchteile sichtbar. In dieser kurzen Zeitspanne sind jeweils gleich drei Aufgaben auf einmal zu lösen:

  1. Was ist auf dem Bild überhaupt zu sehen?
  2. Welchen Bezug hat das Bild zum dazu gesprochenen Kommentar?
  3. Welche Assoziationen sollen hier geweckt und genutzt werden?

Und das ist noch nicht alles. Zu diesem mentalen Multitasking im Zeitraffertempo gesellt sich noch die Anforderung, die gleichzeitig ins bewegte Bild eingeblendeten schriftlichen Informationen verständig aufzunehmen und synoptisch kognitiv korrekt mit zu verarbeiten. Alles in allem hat der Zuseher nach jeder Folge der Sendung ohne Namen ungefähr 30 Minuten perzeptueller, mnestischer und intellektueller Höchstleistung hinter sich. Und meist hat man danach auch noch was völlig Neues dazugelernt oder etwas längst Vergessenes wiederentdeckt. So viel kognitiver WUMMMS lässt herkömmliches Gehirnjogging wahrhaftig alt und müde aussehen.

Fazit

Wenn Sie superschnell kucken und denken können, wenn Sie den österreichischen Sinn für Humor schätzen und lieben und wenn Sie mal was wirklich anderes im Fernsehen sehen wollen, dann sollten Sie unbedingt die Sendung ohne Namen kennenlernen. Selten waren Fernsehgebühren so grandios gut angelegt. Jedenfalls jene, welche dem ORF zugute kamen :mrgreen:

– Milla Münchhausen –

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