Von einer Gameshow fürs SEO lernen

Der immer noch sehr beliebte Gameshow Klassiker „Familienduell“ ist ein ausgesprochen vergnüglicher und kurzweiliger TV Zeitvertreib. Und pfiffige Online Marketing Füchse können dieser nur auf den ersten Blick seicht wirkenden Unterhaltungssendung immer wieder aufs Neue eine wichtige und wertvolle Lehre abgewinnen:

Im Zweifelsfall siegt beim Marketing die Meinung der Mehrheit über jede Logik und über alle Tatsachen.

Das werde ich nachfolgend kurz erläutern.

Die Gameshow als Abbild von Vox Populi

In der Gameshow „Familienduell“ gibt es einen grundlegenden Kernsatz, auf dem das ganze Spielkonzept aufbaut:

Wir haben 100 Leute gefragt …

Die Gameshow, die SEO und das Crossover

Die Gameshow, die SEO und das Crossover

Und dann kann sonstwas den Satz beenden. Vielleicht hat man 100 Leute gefragt, was sie niemals in einem Auto machen würden. Oder in welcher Stadt die schönste Kirche steht. Oder welche Farbe außer Weiß ein schickes Brautkleid haben könnte. Der Inhalt der Frage ist durchaus nachrangig und beliebig. Wichtig ist nur, dass stets 100 Leute gefragt werden, und dass die familiären Ratemannschaften dann in einem freien Akt des Überlegens drauf kommen müssen, welches wohl die häufigsten Antworten waren. Was die Sache spannend macht, ist der Umstand, dass es hier kein „richtig oder falsch“ gibt. Es kommt wirklich nur auf die faktische Populärantwort an, also auf jene Antwort, die bei den 100 befragten Leuten ganz spontan und zuerst genannt wurde. Und wenn von den 100 für diese Gameshow befragten Leuten 82 Stück getrockneten Katzenkot als ihre Leibspeise benannt hätten, dann würde diese Top-Antwort dem Rateteam die fetten Punkte bringen. Ganz egal, wie speiübel einem selbst bei dieser Vorstellung zumute wäre.

Was hat diese Gameshow mit SEO zu tun?

Das hier verwendete Spielprinzip erhebt die ungefilterte Volksmeinung zum gewinnenden Tatbestand. Ganz genau so, wie es die professionelle Suchstichwortanalyse kompetenter SEO-Berater macht. Denn hier wie dort kümmern den SEO Analytiker nicht die wahren Fakten, sondern ausschließlich das, was der kleine Mann und die kleine Frau von der Straße in all ihrer unbedarften Spontaneität glauben, denken und meinen. Die gähnende Lücke, die hierbei oft zwischen echten Fakten und dem beobachtbaren Verhalten und Erleben der Zielgruppe klafft, will und muss gesehen und beachtet werden. Ansonsten verpuffen Unsummen an wertvoller Barschaft für eine sinnlose SEO-Strategie, die komplett ins Leere geht. Dazu zur Veranschaulichung jetzt ein leider gar nicht allzu fiktives Beispiel.

Unter einem

Heimdienst

versteht die Fachwelt ganz allgemein einen Dienstleister, der seinen Kunden regelmäßig oder auf Zuruf diverse Waren direkt nach Hause liefert. Das kann ein Getränkeservice sein, ein Anbieter von Tiefkühlkost oder ein rollender Hofladen vom freundlichen Landwirt aus dem nahen Umland. Sogar komplette Einkäufe aus dem Supermarkt kann man sich inzwischen ganz bequem per Heimdienst nach Hause bringen lassen.

Auf diesen ganz offensichtlich exponentiell wachsenden Heimdienst Markt wollte eine im Vogtland ansässige Dame aufspringen. Ihre Geschäftsidee: Eine Online Plattform, die sämtliche „Heimdienste“ auf sich bündelt und vereint, damit suchende Kunden auf einer einzigen Internetseite mit einem Klick und Blick schnell und sofort alles finden, was man irgendwie zu sich nach Hause bestellen kann und möchte. Verdienen wollte die Jungunternehmerin dabei an den diversen Heimdiensten, die sich gegen eine Gebühr auf ihrem Portal als empfehlenswerte Anbieter eintragen lassen können. Und damit das auch sofort einschlägt, beauftragte die Dame einen SEO Dienstleister (leider keinen guten) damit, ihr Heimdienst Portal umsatzförderlich bekannt zu machen. Doch was macht dieser hirnlose Stümper? Er optimiert die Seite seiner Kundin auf das Suchstichwort „Heimdienst Vogtland“. Rein technisch ein Bombenerfolg, denn wenn man seinerzeit nach „Heimdienst Vogtland“ gugelte, stand die Seite der Jungunternehmerin unangefochten an erster Stelle. Doch wer gugelt schon „Heimdienst Vogtland“, wenn er jemanden sucht, der ihm seine diversen Plörren bis vor die Haustür fährt? Ganz genau: GAR KEINER! Und so kam es, dass sowohl die Geschäftsidee als auch das Internetportal gnadenlos abkackten, weil sich das SEO statt nach dem prallen Nutzerverhalten nach einem blutleeren Fachjargon ausrichtete. Bei dieser total am Markt vorbei geschlitterten Aktion wurde das gesamte Startkapital der jungen Geschäftsfrau verbrannt. Eine unnötige Insolvenz mehr auf der betrüblichen Liste gescheiterter Träume. Hätte die junge Dame doch nur mehr auf die schlichte aber ergreifende Weisheit einer simplen Gameshow gehört.

Fazit

Es genügt nicht, den Nerv des solventen Konsumenten mit einem Produkt oder mit einer Dienstleistung zu treffen. Genau so wichtig ist es, zu ermitteln, mit welchen Suchstichwörtern der recherchierende Kunde in des Lebens wahrer Wirklichkeit nach der Lösung seiner Probleme gugeln würde. Dazu kann es, wie in einer beliebten Gameshow belegt wird, schon ausreichen, einfach mal 100 Leute zu fragen.

– Carina Collany –

 

Das Beitragsbild wurde im Original von Daniel Deppe „geflickrd“ und von Carina Collany mit dem online Cartoonizer BeFunky auf optisch antik getrimmt.
Das finden sogar weit mehr als 100 Leute so richtig gut

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