Bärtierchen – Die Aliens sind unter uns

BaertierchenEs hat eine gewisse Ähnlichkeit mit einem prall gefüllten Staubsauger-Papierbeutel, der aus irgendwelchen Gründen an seinen Schmalseiten säckchenförmige Ausstülpungen mit kleinen Krallen dran hat: Das Bärtierchen. Wenn man es so sieht, könnte man wirklich meinen, dass sich hier die Phantasie eines Science Fiction Autors, der irgendwas geraucht hat, in aberwitzigster Weise austoben durfte. Doch das Bärtierchen ist wirklich und wahrhaftig erstaunliche terrestrische wissenschaftliche Realität. Bitte sehen Sie sich, bevor Sie hier gleich weiterlesen, jetzt zunächst selbst das „astronomische Bild des Tages“ an, welches ein „Bärtierchen im Moos“ zeigt:

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Astronomy Picture of the Day:
Tardigrade in Moss

http://apod.nasa.gov/apod/ap130306.html
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Was Sie da soeben gesehen haben, hat Sie aus der Kammer eines Elektronenmikroskops angeguckt (wenn man das so sagen darf), und misst im realen Leben als erwachsenes Tier seiner Länge nach gerade mal einen Millimeter. Das allein ist noch nicht so erstaunlich, denn unser Planet kennt jede Menge Kleinstlebewesen dieser Größenordnung. Was das Bärtierchen jedoch absolut einmalig macht, ist seine mehr als robuste Konstitution, gepaart mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit, um jeden Preis zu überleben. Und das sind die durchaus kosmischen Alleinstellungsmerkmale des Bärtierchens:

❗ Ein Bärtierchen kann jahrzehntelang (!!!) ohne Futter und Wasser auskommen.

❗ Es kann in einem Temperaturbereich zwischen dem absoluten Nullpunkt (das ist echte Weltraumkälte) bis über die Hitze blubbernd kochenden Wassers hinaus bequem leben.

❗ Sein Körper verkraftet schadlos Druckverhältnisse zwischen Null und dem „Begräbnis der Nadel“ auf dem Grund der Ozeane.

❗ Auch der unmittelbare Kontakt mit gefährlicher Strahlung hat keine negativen Folgen für das Bärtierchen.

Wie schaffen es diese extremen Überlebenskünstler, fast jeder Gefahr und jeder Umgebung siegreich zu trotzen? Machen Sie sich für die Beantwortung dieser Frage zu weiterem Staunen bereit:

❗ Bärtierchen können ihre eigene DNA, also ihre komplette Erbinformation, fehlerfrei regenerieren und reparieren und

❗ sie können den Wassergehalt ihrer Körper im Bedarfsfall auf einige wenige Prozent reduzieren.

Da können wir Menschen als hinsichtlich möglicher Lebensräume gefährlich hoch spezialisierte und recht störanfällige Lebensform nur noch vor Neid erblassen. Und da es heute schon weit mehr Bärtierchen als Homo Sapiens auf der Erde gibt, dürfte gänzlich außer Zweifel stehen, wer das ganze irdische Geraffel hier wirklich überleben wird, sobald sich die selbst ernannte Krone der Schöpfung auf dem zunehmend verblassenden blauen Planeten selbst den Stecker rausgezogen hat.

– Carina Collany –

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2 Antworten

  1. locke sagt:

    Hey, toller Blog!

    ich würde dich hiermit gern zu SachNix einladen, wir würden uns sehr freuen!

    lg und weiter so

    locke

  2. Carina sagt:

    Hi locke, vielen lieben Dank für die schönen E-Blumen 😉

    SachNix ist ja echt ne supercoole Sache – alles kann, nix muss, und jeder darf mitgestalten. Das ist für mich als altgediente Forumsaktivistin natürlich eine äußerst augenfreundliche Institution 😆 ich komme sehr gerne mal zum Stöbern und Gastlesen rum. Und wenn ich dann meine, irgendwo meinen Senf dazugeben zu müssen, dann wird man das schon merken 😛

    Weiterhin viel Erfolg und natürlich auch viele viele Member, die da zu all dene Theme halt nix saache wolle :mrgreen:

    PS: Des war Frankfodderisch 😎

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