Selbstmotivation für Selbstständige – ein Selbstcheck

Muss es eigentlich eine ganz spezielle Selbstmotivation für Selbstständige und/oder für Freiberufler geben? Immerhin ist diese Gruppe ja ihr eigener Herr oder ihre eigene Frau, während das gemeine Angestelltenverhältnis seine gegängelten Berufstätigen in ein vom Chef vorgegebenes Korsett zwängt. Oder etwa doch nicht? Tatsächlich ist bei näherer Betrachtung verblüffend schnell zu erkennen, dass Freiberufler und/oder Selbstständige sich selbst gegenüber so unbarmherzig, so streng und so rücksichtslos agieren, wie sie es keinem Vorgesetzten jemals auch nur ansatzweise erlauben würden. So wird der vermeintlich befreiende Ausbruch aus dem Angestelltendasein am Ende zu einer weitaus bedrückenderen Einkerkerung, die den Selbstständigen am Ende vernichtend an die Kette legt. Es sei denn, es wäre rechtzeitig für eine bedarfsgerechte Selbstmotivation für Selbstständige gesorgt. Die nachfolgende Checkliste will für diese Notwendigkeit sensibilisieren.

Checkliste: Selbstmotivation für Selbstständige

Selbstmotivation für Selbstständige

Selbstmotivation für Selbstständige

Als es raus aus dem Job und rein in die Freiberuflichkeit ging, lockten diverse mehr oder weniger deutlich wahrgenommene Vorteile. Den eigenen Urlaub zur selbst gewählten Lieblingszeit nehmen, die eigene Arbeitszeit der eigenen Chronobiologie anpassen, im eigenen Rhythmus arbeiten, sich seine Arbeit selbst aussuchen können und keinem außer sich selbst Rechenschaft ablegen müssen. Ein schönes Bild. Doch welchen Realitätsgehalt hat es? Je weiter hier der ursprüngliche Wunsch und die inzwischen manifestierte Wirklichkeit auseinander klaffen, desto unzufriedener und gestresster wird der Freiberufler unterwegs sein. Darum setzt genau an dieser Stelle die spezielle Selbstmotivation für Selbstständige an. Prüfen Sie nun selbst, wo Ihr persönlicher Handlungsbedarf besteht:

  • Gönnen Sie sich wirklich die Pausen, die Mußestunden und die Urlaubstage, die notwendig sind, um Ihre Arbeitskraft und Ihre Leistungsfähigkeit kontinuierlich und dauerhaft zu erhalten? Besitzen Sie die notwendige Selbstkenntnis, um Ihr Regenerationsbedürfnis passend zu bestimmen?
  • Gelingt es Ihnen, mit den typischen Schwankungen im Auftragsvolumen gut umzugehen? Können Sie Spitzenzeiten ebenso gut parieren wie Flauten? Ist Ihr Arbeitsrhythmus elastisch genug für dieses Auf und Ab?
  • Können Sie NEIN sagen, wenn Ihr Terminplan ohnehin schon kurz vor dem Platzen ist? Sind Sie in der Lage, einen Kunden freundlich auf einen späteren Zeitpunkt der Auftragsannahme zu vertrösten? Haben Sie für akute Notfälle regelmäßig Pufferzonen in Ihrer Agenda vorgesehen?
  • Haben Sie am Ende jedes Arbeitstages alles erledigt, was Sie erledigen wollten?
  • Sind Sie in der Lage, Aufträge konsequent abzulehnen, wenn diese nicht wirklich zu Ihrem Unternehmenserfolg oder zu Ihrer Berufszufriedenheit beitragen würden? Oder wenn Sie von dem Kunden Bauchschmerzen bekommen?

Für jedes JA bekommen Sie ein wertvolles Sternchen in Ihr ganz persönliches Motivationsheft. Und jedes NEIN sollte Ihnen sehr deutlich machen, an welchen Punkten Sie wesentlich mehr für Ihr freiberufliches Wohlbefinden tun können und auch tun sollten. Denn nichts bedroht Ihre freiberufliche Existenz so sehr wie das Wegbrechen Ihrer eigenen Leistungsbereitschaft und Leistungsmotivation.

– Carina Collany –

Foto: Daniel Deppe

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