Dem Troll hinter die Stirn geschaut

Foto: picsforjoo.de

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(Troll) Moderieren Sie ein gut besuchtes Forum oder betreiben Sie ein kommentarstarkes Blog? Dann haben sicherlich auch Sie schon mit dem einen oder anderen „Troll“ unangenehm zu tun gehabt. Trolle sind, wie die mythologische Namensgebung schon erahnen lässt, jene stark störenden Unruhestifter, die auf internetten Diskussions-Plattformen oder auch direkt per E-Mail oder via PM andere Mitglieder der Community ganz gezielt auf die Palme bringen.

Da Trolle scheinbar immer und überall ihr asoziales Unwesen treiben, ist ein Blick auf die Beweggründe ihrer zutiefst destruktiven Verhaltensweisen sicherlich von psychologischen Vorteil. Betrachten wir also an dieser Stelle zum einen das typische Persönlichkeitsbild der Trolle, und zum anderen deren klassische und krankhaft nach Aufmerksamkeit und Streit angelnde Selbstinszenierung im Netz.

Der Troll als solcher

ist üblicher Weise im realen Leben ein kläglicher und jämmerlicher Versager, dem die Kommunikationskanäle des Internet die einzige Möglichkeit gewähren, selbst auch mal im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Dabei „ernährt“ sich der Troll von den Emotionen, die er mit gezielten Bosheiten und platten Anfeindungen absichtsvoll und willentlich hochkochen lässt. Je mehr er in der Community zündeln kann, desto besser geht es ihm. Dabei hat er weder Interesse an sachlichen Diskussionen noch an einer positiven Würdigung seiner Person. Seinen einzigen Lustgewinn zieht der Troll aus der Tatsache, dass er als Brandstifter einen unstrittigen Erfolg hat.

In einem Satz zusammengefasst:
Ein Troll ist ein runzliges kleines verbittertes verkorkstes Würstchen, das sich nur noch durch boshafte Hetze und Hasstiraden online jenes Quentchen Beachtung erkämpfen kann, welches ihm im echten Leben für immer versagt bleiben wird.

Damit kann man Mitleid haben. Muss man aber nicht. Weder als Admin noch als Mod noch als Member.

So tritt der Troll in Erscheinung

  • Zunächst sucht er sich ein Forum, einen Blog oder eine sonstige virtuelle Begegnungsstätte, wo immer was los ist. Dabei spielt das übergeordnete Thema keine Rolle; der Troll hat ohnehin von nichts eine Ahnung, und sachbezogen diskutieren will er ja auch nicht.
  • Hat er seine Bühne gewählt, sucht er dort nach jenen Threads oder Beiträgen, die beliebt sind und entsprechend häufig angeklickt werden. Dort liest er sich ein und sucht nach irgend einem beliebigen Aufhänger für seine Attacke. Er suchet und findet. Schließlich schwimmt in wirklich jeder Suppe irgendwo ein Haar.
  • Jetzt schlägt die eigentliche Stunde des Trolls. Denn jetzt macht er in diesem Thread/Beitrag ein riesen Fass auf. Beschimpfungen, Beleidigungen und ungerechtfertigte Anwürfe fließen jetzt in Strömen und lassen böses Blut austreten.
  • Jene unschuldigen Leute, die den „Troll at Work“ nicht sofort identifizieren, und die sein gehässiges Geschwaller insoweit ernst nehmen, lassen sich auf diese „Wortmeldung“ ein und kriegen sich dadurch früher oder später übelst in die Wolle. Wegen rein gar nichts.
  • Sollten die Flammen zu erlöschen drohen, gießt der Troll gerne hier und da noch ein wenig Öl ins Feuer. Schließlich ist dieses Feuer das Einzige, was sein krankes Hirn noch halbwegs wärmen kann.
  • Wenn sich jetzt alle wegen Furz und Feuerstein prügeln, lehnt der Troll sich zufrieden zurück und genießt die Früchte seiner ganz offensichtlich bestehenden Macht über die Member. Die einzige Macht, die er in seinem kümmerlichen Dasein hat. Darum ist die ja auch so unendlich wertvoll für ihn. Und darum wird er zu gegebener Zeit an anderer Stelle wieder Ärger machen. Er muss es tun. Er ist buchstäblich süchtig danach.

Wie kann man sich schützen?

Aus obigen Ausführungen sollte sehr deutlich geworden sein, dass Diskutieren mit einem Troll völlig sinnlos ist. Das einzige, was wirklich hilft, ist daher, den Troll komplett zu ignorieren. Denn nur dann, wenn dem Troll das Gefühl der Macht konsequent verweigert wird, verliert er über kurz oder lang die Lust an seiner Intriganz, und sucht sich irgendwo anders andere Menschen, die er quälen kann.

Also:

  • Mögliche Trolle so rasch wie möglich identifizieren.
  • Als Member: Die Trolle sofort auf die Ignore-Liste setzen, niemals auf deren Wortbeiträge eingehen und sich niemals, wirklich NIEMALS auf Diskussionen oder verbale Gefechte mit ihnen einlassen. Der Troll muss wie Luft behandelt werden, nur das erstickt ihn. Einfach komplett links liegen lassen. Das vergrämt den Troll gründlich.
  • Als Admin oder Mod: Den Troll der Plattform verweisen und rausschmeißen. Kommentare nicht freischalten und, sofern technisch eingerichtet, als Spam markieren. Sollte sich der Troll unter neuem Decknamen wieder durch die Hintertür einschleichen – sofort wieder sang- und klanglos per ausgeübtem Hausrecht vor die Tür setzen. Dann wird der Troll sich bald einen anderen Kriegsschauplatz aussuchen, wo er mit mehr Erfolg Unheil stiften kann.

Geltungssüchtige Arschlöcher gibt es wahrlich überall. Dagegen kann man nichts machen. Man muss sich aber deswegen noch lange nicht von diesen sozial (und wahrscheinlich auch sonstig) impotenten histrionischen Persönlichkeiten auf der Nase rumtanzen lassen.

– Milla Münchhausen –

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1 Antwort

  1. Herrmann sagt:

    Ich arbeite als freier Dozent und hatte auch schon gelegentlich solche Trolle „in persona“ in meinen Veranstaltungen sitzen. Diese Subjekte sind wirklich eine Landplage! Sie nehmen den anderen Teilnehmern die Gelegenheit, sich den Lehrstoff anzueignen, und sie schüren gleichzeitig eine unglaubliche Aggressivität, sowohl bei meinen Kustteilnehmern als auch bei mir. Einmal musste ich sogar dazwischen gehen, als eine Gruppe extremst aufgebrachter Kursteilnehmer den Trollen in einer Unterrichtspause draußen vor der Tür Prügel angeboten hat. Insoweit weiß ich sehr genau, wovon hier die Rede ist. Daher auch mein guter Rat: Solche Leute, deren Absichten wirklich recht schnell und einfach zu erkennen sind, sofort vor die Tür setzen, notfalls von einem Sicherheitsdienst entfernen lassen. Das ist vielleicht nicht schön, aber im Fall des Falles die einzig zielführende Maßnahme.

    Gruß, Herrmann

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