USB-Stick – Verfallsdatum vorprogrammiert

USB-Stick

USB-Stick

Unlängst wollte ich ein recht altes Dokument noch einmal hervorholen, um es im Rahmen privater Datenpflege auffrischend zu aktualisieren. Ich griff also zu dem USB-Stick, auf welchem ich ein ordentliches Pfund persönlicher Dateien archiviert hatte, steckte selbigen USB-Stick in seinen Port und wurde sofort darauf mit der warnenden Meldung konfrontiert, dass das soeben angeschlossene Gerät nicht gelesen werden könne. Mit großen Augen und offenem Mund versuchte ich es mit den üblichen Erste Hilfe Maßnahmen. Den USB-Stick noch mal abmelden, noch mal rausziehen, wieder reinstecken und wieder blöd kucken. Es half nichts. Mein Computer konnte mit dem prall gefüllten USB-Stick nichts mehr anfangen. Ein anderer befreundeter Computer übrigens auch nicht. Keine Frage: Mein USB-Stick hatte sich ganz offensichtlich in die ewigen Jagdgründe zurückgezogen und sämtliche ihm anvertrauten Dateien unwiederbringlich dorthin mitgenommen. Schöner Mist!

Was war mit meinem USB-Stick geschehen?

Zunächst muss ich zugeben, dass besagter (und beklagter) USB-Stick mal ein neckisches Werbegeschenk gewesen war. Er sah pfiffig und witzig aus, war aber für den alltäglichen Gebrauch mit seinem auffälligen Design.durchaus unpraktisch. Deshalb hatte ich damals beschlossen, diesen USB-Stick zur Archivierung diverser Dateien herzunehmen. Ein fataler Fehler, wie ich jetzt weiß:

Speichermedien halten nicht ewig

Auch USB-Sticks haben einen Flash-Speicher. Experten halten sie als Langzeitspeicher aber für ungeeignet. Wer sie dennoch benutzen möchte, sollte hochpreisige Modelle bekannter Anbieter nutzen.

Das Problem: Jedes Löschen und Beschreiben belastet und verschleißt den Flash-Speicher. Und eben jener Flash-Speicher ist, rein strukturell gesehen, bei billigen Stickies ziemlich schrottig und von daher recht schnell im Eimer. Ungeachtet der Produktqualität hat natürlich auch der hochpreisige USB-Stick grundsätzlich dann die höchste Lebenserwartung, wenn man ihn nur einmal beschreibt und dann wie einen kostbaren Edelstein in einem klimatisierten Tresor weg sperrt. Bezogen auf meinen Fall bedeutet das, dass ich bei der Archivierung meiner sensiblen Daten so ziemlich alles falsch gemacht habe, was nur falsch zu machen war. Ein billiges Giveaway, bestimmt ein paar Dutzend Mal kapazitätsausschöpfend überschrieben und in einer Schreibtischschublade zusammen mit seinesgleichen in einer hübschen kleinen hölzernen Zigarilloschachtel aufgestapelt. Das Resultat: Tschö mit Ö und Hasta la Vista Baby. Zum Glück war mein Datenverlust dabei nur lästig, aber nicht existenziell bedrohlich. Anderen Betroffenen mag es da schon weitaus schlimmer gehen.

Sind CD, DVD und Blu-Ray bessere Archivmedien als der USB-Stick?

Ein bisschen besser vielleicht, aber nicht wirklich viel besser. Denn auch an diesen optischen Speichermedien nagt der Zahn der Zeit mit Hochgenuss und größtem Appetit. Sind die schicken Scheiben nämlich Temperaturschwankungen, zu hoher Luftfeuchtigkeit, zu niedriger Luftfeuchtigkeit oder hell strahlendem Licht ausgesetzt, machen sie auch schnell schlapp. Lediglich unter wirklich absolut perfekten Lagerbedingungen können CD, DVD und Blu-Ray maximal fünf bis 10 Jahre halten. Ist also auch nichts für die Ewigkeit. Dennoch seien hier kurz die lebensverlängernden Lagerbedingungen für optische Speichermedien aufgelistet:

  • Lagerung in luftdicht schließendem Kunststoffkoffer
  • Konstante 25 Grad Celsius Lufttemperatur
  • Konstante Luftfeuchtigkeit zwischen mindestens 40 Prozent und höchstens 60 Prozent
  • Lagerung in völliger Dunkelheit
  • Keinerlei Beschriftung
  • Keine Aufkleber
  • Keine Kratzer, Fingerabdrücke oder andere Verunreinigungen

Ich habe in Sachen Datenarchivierung mein Lehrgeld teuer bezahlt. Wenn Sie mit deutlich weniger Verlusten davonkommen wollen, empfehle ich Ihnen nachdrücklich, für das langfristige Sichern Ihrer unwiederbringlichen und wertvollen Daten lieber etwas zu viel als zu wenig Aufwand zu betreiben. Und lassen Sie in diesem Zusammenhang die Finger vom USB-Stick. Ich werde das jedenfalls tun. So etwas passiert mir ganz sicher nicht noch einmal.

– Carina Collany –

 

P.S.:
Die Vorlage für das Beitragsbild hat mir http://www.picsforjoo.de spendiert. Vielen lieben Dank dafür!

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