Werbenostalgie auf La Gomera

Die bezaubernde Kanareninsel La Gomera ist weltberühmt für ihre magischen Taucherparadiese,
für ihre wundervollen Wanderwege und, man höre und staune, für ihre verblüffende Werbenostalgie. Denn direkt an einer kleinen gewundenen Gasse, mitten zwischen den für das sonnige Spanien typischen verschlafenen Häusern, ist Werbenostalgie pur zu bewundern: Eine Reklame für Philips Glühbirnen und Leuchtstoffröhren, die buchstäblich an die Hauswand gekachelt wurde. Überzeugen Sie sich bitte selbst, liebe Leserinnen und Leser:

Werbenostalgie / Foto: Jörg Böttcher

Werbenostalgie / Foto: Jörg Böttcher

Und hier die wundervolle Werbenostalgie noch mal etwas näher betrachtet:

Werbenostalgie / Foto: Jörg Böttcher

Werbenostalgie / Foto: Jörg Böttcher

Niemand weiß, wie lange dieses kunstvolle Zeugnis handwerklich perfekt gearbeiteter Werbenostalgie dort schon für die bestens bewährten niederländischen Leuchtmittel Reklame macht. Doch angesichts der Tatsache, dass es sich hier weder um ein Plakat noch um ein Blechschild, sondern um einen professionell vermörtelten Fliesenspiegel handelt, muss das Entstehungsdatum gewiss schon einige Jahrzehnte zurück liegen. Dort in der Vergangenheit in einer längst vergessenen Zeit, in der sogar schlichte Werbemittel für unspektakuläre Allerweltsprodukte für die Ewigkeit gemacht zu sein schienen. Eine kaum noch vorstellbare „Marketingstrategie“ in unserer heutigen hektischen Gegenwart, die vor blinkender Bannerwerbung und flott rotierenden Citylights nur so strotzt.

Werbenostalgie: Eine Analogie aus meiner Kindheit

Als ich noch ein kleines Mädchen war (also irgendwo in den 1960ern) nahm mein Vater mich hin und wieder mit zum Tanken. Ich war nämlich verrückt nach Tankstellen. Dort roch es immer so gut und es gab immer viele Autos zu sehen. Was es dort auch gab, war ein großes und hoch droben aufgehangenes bedrucktes Blechschild, auf dem der Preis für das Benzin AUFGEDRUCKT (!!!) war. Niemand ging damals davon aus, dass sich die Preise für Benzin jemals ändern würden. Warum den Preis also nicht auf ein wetterfestes Metallschild drucken? Dort war der gewohnte und bekannte Benzinpreis jedenfalls sommers wie winters für alle Tankstellenkunden immer gut zu sehen. Können Sie, werte Leserschaft, sich so etwas heute noch vorstellen? Die Benzinpreise ändern sich inzwischen an besonders wilden Tagen im Minutentakt. Da wäre der Tankstellenpächter mit einer Werbenostalgie der von mir noch persönlich erlebten Art ziemlich ins Knie geschossen.

Ist Entschleunigung nach alter Väter Sitte nicht etwas Wunderbares? Auf La Gomera geht den Menschen jedenfalls in diesem Zusammenhang immer wieder ein Licht auf

– Carina Collany –

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