BMW – Sesam, öffne Dich!

Von meinem Auto erwarte ich, dass es mich sicher und zuverlässig von A nach B bringt, dass es sich komfortabel fahren lässt und dass es mir im Unterhalt nicht die Haare vom Kopf frisst. Modernere Menschen haben da ganz andere und deutlich höhere Erwartungshaltungen an ihren fahrbaren Untersatz. Die wollen nämlich gar kein Auto im engeren Sinne, sondern lieber einen abgefahrenen Computer auf Rädern, der fast von alleine den Weg findet, und der unterwegs unentwegt und völlig autark sowohl mit seinesgleichen als auch „nach Hause“ telefoniert. K.I.T.T. lässt in diesem Zusammenhang recht herzlich grüßen 😆

Wer also auf einen PKW steht, der bis unter den Dachgepäckträger mit IT und mit HighTech vollgestopft ist, der wird vermutlich ziemlich heftig mit jenem Modell der innovativen Marke

BMW

liebäugeln, welches mit „ConnectedDrive“ ausgestattet ist. Denn diese App sorgt dafür, dass der schnittige Schlitten zum einen „Internet kann“, und sich zum anderen über das Smartphone von ferne bedienen lässt. Das ist hip, das ist trendy und das ist bestimmt auch sehr nützlich. Vor allem auch für Autodiebe von heute. Denn:

Mit einer nicht allzu teuren Hardware plus einer frei erhältlichen Software führt die futuristische „Freude am Fahren“ auch schon mal Befehle von automotiven Langfingern aus.

So zum Beispiel die Bitte, dass sich die Türe einladend öffnen möge, damit der Dieb bequem in das zu stehlende Auto einsteigen kann, ohne durch die Anwendung brachialer Gewalt wertmindernde Kratzer im Lack zu verursachen.

Foto: tonytextures.de

Foto: tonytextures.de

Und sogar einen Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde hätten gewiefte Diebesbanden mit „ConnectedDrive“ kriegen können:

Technisch versierte Autodiebe hätten bis vor wenigen Wochen unter Umständen bei weltweit 2,2 Millionen BMW-Fahrzeugen via Mobilfunk die Türen öffnen können.

Quelle:
ADAC stößt auf Sicherheitslücke im BMW

Dagegen ist der gute alte Ali Baba mit seinem „Sesam, öffne Dich!“ ein winzig kleines Würstchen 😛

Natürlich ist es zu begrüßen, wenn technischer Fortschritt den Nutzwert moderner PKW sinnvoll steigert. Doch so lange noch solche Ausrutscher möglich sind, würde ich weder Leib noch Leben einem Auto anvertrauen wollen, auf das ich als Fahrer nicht mehr allzu viel aktiven Einfluss ausüben kann. Außerdem verspüre ich wenig Lust dazu, mich von einem durchgeknallten Hacker via sensationsgeilem Smartphone-Befehl mit 250 Sachen wehrlos gegen einen Brückenpfeiler schmettern zu lassen 🙁

Bin ich da ein wenig paranoid? Was meinen Sie?

– Carina Collany –

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