Dufte(nde) Geschäfte

Dufte(nde) Geschäfte

Dufte(nde) Geschäfte

Kennen Sie das auch? Sie kommen an einem Laden vorbei, dessen Türen offen stehen … und tauchen von jetzt auf gleich in eine sinnliche Geruchswelt ein, die Sie umfängt, betört, sanft liebkost und magisch anzieht. Welche Geschäfte der genüsslich geruchsentfaltenden Art fallen Ihnen dazu spontan ein? Wenn mir diese Frage gestellt wird, steigen mir dazu jedenfalls sofort viele dufte Antworten in die Nase. Und einige davon sind echt aromatische Zeitreisetickets.

Mein erstes bewusstes olfaktorisches Schlüsselerlebnis (ich zählte so zirka 11 Lenze) hatte ich in einem exotischen Laden namens Siam-Boutique. Dort gab es allerlei fernöstliche Duftöle, außergewöhnliche ätherische Essenzen und Räucherstäbchen Räucherstäbchen Räucherstäbchen 😉 Sobald ich die Schwelle zu diesen Geschäftsräumen überschritt, trat ich durch ein Tor in eine ferne Welt voller Geheimnisse, Mystik und Spiritualität. Alles roch nach fremden Ländern, nach den Verheißungen des vorderen und auch des hinteren Orients und natürlich nach dem Schatzgewölbe des Ali Baba. Nirgends war 1001 Nacht so real wie hier. Und nirgends roch das Unbekannte so verführerisch.

Ähnliche Nasenopulenz bescherten mir meine häufigen Besuche in gut sortierten Gewürzhäusern. Besonders schwärmend und nostalgisch umwölkt denke ich hier an das „Gewürzhaus Alsbach“ – An der Staufenmauer 11 in Frankfurt am Main zurück. Zu meiner Zeit (also vor sehr langer Zeit) suchte und fand ich hier mein ganz privates Nasenparadies. Köstlich duftende Tees, exotische Gewürze und der ganze Reigen lukullischer Lockrufe aus dem Reich der Mitte hüllten mich hier ein, Begehrlichkeiten und Konsumwünsche neckend anstachelnd. Viel habe ich mir hier als frisch flügge werden wollender Nestflüchter von meinen sehr übersichtlichen Bezügen nie leisten können. Aber auf so manches habe ich fleißig gespart. Man gönnte sich ja sonst nichts.

Gegenüber vom „2001“ (Frankfurter werden es kennen 😉 ) gab es eine kleine, aber feine Kaffeerösterei mit gefühlten zwei Sitzplätzen, die natürlich fast immer ausgebucht waren. Doch für das herrlich röstfrische Kaffeearoma, das stets aus dem hinten gelegenen Röstraum nach vorne in die Geschäftsfläche einströmte, nahm ich auch gerne mit einem Stehplatz vorlieb. Ganz besonders im Winter war dieser einladende Ort für mich eine Wohlfühloase. Eben noch im kalten ekligen Matschepampeschnee, und gleich danach im wohlig warmen Nasenschlaraffenland. Herrlich! Bitte eine Monstertasse Milchkaffee, die Hausmarke. Und bitte lassen Sie sich Zeit. Ich hab es nicht eilig 😉

Auch hochwertige Körperpflegeprodukte können die Nase dazu überreden, den Geldbeutel zu öffnen. Hier haben es mir Seifengeschäfte besonders angetan. Gute Seife duftet unwiderstehlich. Und in neuerer Zeit auch schon mal nach Kakao, nach Blutorange oder nach … ach, setzen Sie hier einfach irgendwas ein, was Sie gerne riechen, und ich bin mir recht sicher, dass es diese Seifenvariation in visuell überzeugender Optik zu kaufen gibt.

Oh Mann. Ich muss jetzt echt Schluss machen. Ich brauche dringend eine Tasse Rosenblütentee beim verträumten Schein einer zarten Duftkerze, und anschließend eine Pflegedusche mit Vanille und Mango. Danach vielleicht ein wenig Körperbutter mit Granatapfel gegen die (Haut)Zeichen der Zeit.

Ich bin dann mal weg …

– Carina Collany –

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