Kommt die Trinkwasser-Flatrate?

Kommt die Trinkwasser-Flatrate?

Kommt die Trinkwasser-Flatrate?

Der nachhaltige Umweltgedanke ist dem deutschen Bundesbürger inzwischen dermaßen gründlich eingehämmert worden, dass es nur so brummt. Wir sortieren gewissenhaft unseren Müll und waschen ihn sogar gegebenenfalls noch, bevor wir ihn sorgfältig getrennt der Entsorgung überantworten. Wir sparen Strom ohne Ende, indem wir es mit der Energieeffizienz und mit LED-Lichtquellen ohne nennenswerte Leistungsaufnahme auf die (Spannungs)Spitze treiben. Und wir sparen natürlich auch kostbares Trinkwasser ein, wo immer es nur geht. Natürlich wünschen wir uns für unsere aktive Sorge um die Umwelt auch ein kleines bisschen Dankbarkeit. Vielleicht in Form niedrigerer Rechnungen von den Versorgern. Doch dieser fromme Wunsch wird mit Sicherheit nicht erhört werden. Ganz im Gegenteil: Je weniger Energie wir verbrauchen, desto teurer müssen wir sie bezahlen. Und auch den Wassersparern wird bald der Hahn zugedreht, sollte sich das ins Auge gefasste Gebührenmodell der „Wasser-Flatrate“ durchsetzen. Doch warum wird der sparsame Umgang mit Leitungswasser demnächst derart derbe bestraft?

Der Grund dafür könnte ein Schildbürgerstreich sein, ist aber leider keiner. Tatsächlich ist es so, dass die Abwasserkanäle einen gewissen mengenmäßigen Durchsatz benötigen, damit sich nicht in sämtlichen Ecken und Ritzen jener schleimige Schlick ansammelt, der den Durchmesser des Kanalrohrs irgendwann auf Null reduzieren könnte. Da der beflissene Deutsche nun aber an sämtlichen Fronten Wasser spart, weil man ihm das von höherer Stelle so angeordnet hat, sind die kraftvollen Abwasserströme zu kläglichen Rinnsalen geschrumpft, die ihre übel stinkende Fracht nicht mehr so wirklich weitertransportiert kriegen. Damit die solcherart unterforderte und zugleich überlastete Kanalisation keinen Infarkt erleidet, werden die Rohre jetzt regelmäßig … mit feinstem Trinkwasser durchgespült, und das für teuer Geld! Nein, das ist kein Scherz, und ich finde das auch absolut nicht lustig. Wer mir nicht glaubt, kann gerne mal nach „Wasser-Flatrate“ googeln oder sich diesen Link hier

 

http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/wasser-sparen-schadet-den-kanaelen-1.1043490

 

für einen thematischen Einstieg zu Gemüte führen.

Natürlich haben die Wasserwerke keine Lust dazu, das Abwassersystem mit kostbarem Trinkwasser durchlässig zu halten. Nicht, weil ihnen das Wasser als wertvolles Lebensmittel dafür zu schade wäre – Wasser haben die schließlich mehr als genug am Start. Vielmehr geht es darum, die aufwändige Prozedur als eine solche zu vermeiden, und den tiefschwarzen Kosten-Peter gleichzeitig wieder an uns Verbraucher zurückzugeben. Das unfassliche Ergebnis der kommunalen Denkoffensive für mehr unterirdische Durchlässigkeit: Die Leitungswasser-Flatrate! Die besagt, dass jeder Haushalt, unabhängig vom tatsächlichen Wasser-Verbrauch, eine recht kräftig gesalzene Grundgebühr bezahlen muss. Dadurch ist man als Otto Normalverbraucher umso schmerzhafter in den Hintern gekniffen, je mehr Wasser man spart. Also wird man in der Folge den Teufel tun und den Wasserhahn gar nicht mehr abdrehen. Wozu denn auch? Man wird ja sowieso saftig zur Kasse gebeten. Und je mehr Wasser man verschwendet, desto mehr rechnet sich die ganze Groteske.

Das perfide Endergebnis: Die Kanalisation wird wieder vom kleinen Mann kraftvoll durchgespült, und teuer bezahlen darf der das außerdem auch noch selbst. Ist doch perfekt, oder?

Nein. Das ist nicht perfekt. Das ist krank. Kranke Scheiße, um dicht an diesem anrüchigen Thema zu bleiben, das in verschiedener Hinsicht zum Himmel stinkt.

– Milla Münchhausen –

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2 Antworten

  1. Martha sagt:

    Inzwischen gilt es, statt echtem Wasser lieber Virtuelles Wasser zu sparen:

    http://virtuelles-wasser.de

    Hallo? Gehts noch? Habt Ihr Vollpfosten vielleicht noch mehr Ideen, wie man gutwillige Verbraucher verunsichern und verarschen kann? 🙄

  2. Milla sagt:

    Wasser sparen ist inzwischen von einer Tugend zu einer Sünde mutiert:

    Wassersparer tun bei uns kein gutes Werk

    Wassersparen war lange ein gesellschaftliches Ziel. Nun zeigen sich die Schattenseiten: Durch den geringeren Durchfluss gehen Leitungen kaputt, Keime und Gas bilden sich. Also lieber laufen lassen?

    Von David Fischer
    http://www.welt.de/wissenschaft/article128370878/Wassersparer-tun-bei-uns-kein-gutes-Werk.html

    Wirklich eine verkehrte Welt 🙄

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