Nur Lug und Trug in der Teekanne

Ab und zu trinke ich sehr gerne eine Tasse Tee. Mal schwarz, mal grün und mal kräuterblütenbunt. Während ich im Supermarkt sowohl bei schwarzem als auch bei grünem Tee immer recht genau weiß, was mich als Kundin erwarten wird, fühle ich mich allerdings beim „Blümchentee“ mit unschöner Regelmäßigkeit kackfrech verarscht. Denn hinter den appetitlichsten und unwiderstehlich klingendsten Bezeichnungen weist das bestens versteckte Kleingedruckte immer wieder nur die üblichen Verdächtigen als Zutaten aus: Hagebutte und Hibiskus. Also bloß rotes saures Zeugs, das in der Herstellung für kleinstes Geld zu haben ist.

Natürlich erwarte ich in einem „Karibik-Tee“ nicht wirklich die echte Karibik 😉 aber in der Sorte „Kokos-Traum“ hätte ich schon gerne als Hauptzutat echte Kokosstückchen, und nicht nur mit künstlichem Kokosaroma billig parfümierte Hagebutten. Leider werde ich in dieser Hinsicht immer wieder derbe enttäuscht. Ganz egal, wie unglaublich gut sortiert und breit aufgestellt das Angebot an Teemischungen mich auch anlacht: In fast allen Fällen und in so gut wie allen blumig betitelten Sorten kriege ich im Discounter tatsächlich immer wieder nur das allgegenwärtige rote saure artifiziell beduftete Zeug, das ich absolut nicht ausstehen kann.

Nun durfte ich tief befriedigt zur Kenntnis nehmen, dass ich mit meinem wutgefärbten Unmut als genasführte teetrinkede Verbraucherin nicht alleine dastehe. Denn kein geringerer Anbieter als „Teekanne“ hat mit seinem „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer Tee“ den Verscheißer-Vogel abgeschossen, wie in dem Artikel

Teekanne darf nicht täuschen

nachgelesen werden kann. Dort heißt es unter anderem (Zitat):

Der Tee „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer Tees“ der Firma Teekanne (…) enthält weder Himbeeren noch Vanille, obwohl diese sowohl im Namen enthalten als auch auf der Verpackung abgebildet sind (…) Der Tee besteht hauptsächlich aus Hibiskus, Äpfeln, süßen Brombeerblättern, Orangenschalen und Hagebutten (…) Der Europäischen Gerichtshof (EuGH) untersagte nun eine derartige Irreführung von Verbrauchern.

Das ist natürlich Wind in meinen Segeln. Trotzdem wird mir wohl auch weiterhin nichts anderes übrig bleiben, als mir meinen Blümchentee wahlweise selbst herzustellen,

oder mich auf jene wenigen Sorten zu beschränken, wo ich wirklich ganz genau das bekomme, was auch auf der Packung zu lesen steht. Das wären derzeit mein buchstäblich heiß geliebter Kakaoschalentee sowie hier und da mal ein Glücksgriff in einem guten Gewürzhaus oder Teeladen, wo man gar nicht erst auf die Idee kommen würde, mir unter abenteuerlichen Bezeichnungen nichts weiter als billige rote Säure für teuer Geld andrehen zu wollen 😛

– Milla Münchhausen –

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