PsychoPuzzle: Spieglein, Spieglein …

PsychoPuzzle: Spieglein, Spieglein ...Zu den wenigen Tieren, die sich selbst im Spiegel verständig begreifend erkennen können, zählt auch der Mensch. Darum ist es dem Menschen auch möglich, aus seinem zu sehenden Spiegelbild diverse Rückschlüsse zu ziehen, die der schonungslosen Selbsterkenntnis dienlich sind. Das Spiegelbild gibt direkt darüber Auskunft, ob man glücklich, ausgeschlafen oder schon wieder um Jahre gealtert dreinblickt. Ob man die Haare schön oder die Fresse dick hat. Oder was einem sonst noch so alles ins Gesicht geschrieben stehen kann.

Nun sind es nicht nur glänzend spiegelnde Flächen, die uns unser Äußeres und damit auch zwangsläufig unser Inneres reflektieren. Oft spiegeln wir uns auch in anderen Menschen wieder, die spontan und unmittelbar auf uns reagieren, und die uns damit eine mehr oder weniger schmeichelhafte Rückmeldung über unseren aktuellen mentalen und spirituellen Status Quo geben. So kann ein von Skrupel freies Gegenüber, welches ungefiltert auf uns reagiert, sehr viel über uns und über unsere Wirkung auf andere verraten.

Best Practice: Star Trek

Freunde und Fans von Star Trek TNG werden sich gerne an die psychologisch höchst interessante Episode mit dem Titel:

Riker : 2 = ?

erinnern. Dort trifft aus Gründen, die hier nicht weiter dargelegt werden müssen, ein mehr als hochrangiges Alpha-Plus-Plus-Männchen namens William T. Riker urplötzlich und unvorbereitet auf sein in fast jeder Hinsicht absolutes Zwillings-Ebenbild. Die beiden kapitalen Platzhirsche (unmovable object meets irresistable force :mrgreen: ) können sich auf Anhieb nicht ausstehen, da das Universum nun mal nicht groß genug für beide zu sein scheint. Doch was viel schlimmer ist: Jeder der beiden bockigen Dickschädel erkennt sich ganz gnadenlos selbst im anderen. Und was die beiden Rikers da, jeder für sich, voneinander sehen müssen, gereicht weder dem einen noch dem anderen so wirklich zur Ehre. Am Ende raufen sie sich doch noch nolens volens zusammen. Das funktioniert aber nur deshalb, weil sie sich räumlich weit voneinander trennen, so dass es nicht mehr übermäßig wahrscheinlich scheint, dass sie einander jemals wieder begegnen werden. Nun soll man ja, auch und gerade im Universum, niemals NIE sagen 😉 aber es wird doch an diesem Beispiel sehr deutlich, dass die direkte Begegnung mit sich selbst nicht immer von Friede, Freude und Eierkuchen geprägt sein muss. Tatsächlich ist man selbst wahrscheinlich der allerletzte Mensch, dem man auf Erden begegnen möchte.

Wer ist Ihr Spiegel?

Ganz sicher kennen Sie mindestens einen Menschen, der Sie verdammt gnadenlos an Sie selbst erinnert. Oder der Ihnen gerne mal ganz ungeschminkt die Meinung sagt. Diese sprudelnde Quelle der Selbsterkenntnis sollten Sie umfänglich anzapfen, wenn Sie mehr über sich erfahren wollen, und diese Erfahrung auch zu ertragen gewillt sind 😉

Es gibt natürlich auch noch einen anderen und zudem freundlich objektivierbaren Weg zur Selbsterkenntnis über mitmenschliche Spiegelungen. Und der geht so:

1) Bitten Sie einen guten Freund, der Sie wahrscheinlich gut kennt, und dem Sie vertrauen, um seine Mitwirkung in einem lustigen Spiel.

2) Suchen Sie sich irgendeinen Psychotest aus irgendeiner Zeitschrift. Das Thema ist völlig egal, die Zeitschrift auch. Hauptsache, Sie finden es spannend. Und wenn Ihnen absolut gar nichts einfällt, wo Sie nach einem witzigen Psychotest suchen könnten, dann finden Sie vielleicht hier

Test-Diagnostik: Psychologische Online-Tests

etwas, das Sie halbwegs anmacht.

3) Beantworten Sie die Testfragen nach bestem Wissen und Gewissen und … EHRLICH!

4) Lassen Sie nun Ihren guten Freund die selben Testfragen so beantworten, wie er meint, dass Sie sie vermutlich beantwortet haben.

5) Vergleichen Sie Ihre echten ehrlichen Antworten (also das Bild, das Sie von Sich haben) mit denen, von denen Ihr guter Freund meint, dass Sie sie so gegeben haben (also mit dem Bild, von dem Ihr guter Freund denkt, dass Sie es von sich haben).

6) Staunen Sie über die augenfälligen Diskrepanzen! Oder auch nicht 😉 Und dann öffnen Sie einen Wein und diskutieren Sie mit Ihrem PsychoSpiegelSparringspartner ausführlich über das, was gerade herausgekommen ist.

Spieglein, Spieglein … :mrgreen:

– Carina Collany –

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