Schwarzwaldwerbung zum Fremdschämen

Jede designierte Ferienregion tut gut daran, sich bei ihren bekennenden Liebhabern im Gedächtnis zu halten und gleichzeitig neue Gäste anzulocken. In diesem Sinne betreibt auch der allseits beliebte Schwarzwald sein Marketing. Doch leider wollten hier die „Kreativen“ ein bisschen zu innovativ daherkommen. Auf der Suche nach der perfekten Headline unserer Zeit verfiel ausgerechnet eine junge (und offensichtlich als Werberin extrem unerfahrene) Dame auf eine plump dümmlich eindeutige Zweideutigkeit, die eher widerlich schlüpfrig als wunderbar schlagkräftig daherkommt:

schwarzwald

Über derart platte Zotigkeit können allenfalls präpubertäre Pennäler ein hormongeschwängert kehliges Gröhlen rausbringen. Alle anderen Zeitgenossen haben die Wahl zwischen einem verständnislosen Kopfschütteln und angebrachter Empörung. Letztere wurde dann auch recht zeitnah artikuliert, weshalb man diesen Frontalangriff auf die Intelligenz Ruhe suchender Touristen aus aller Welt nicht mehr allzu lange in der gequälten Öffentlichkeit sehen wird.

Lieber Schwarzwald! Willst Du grenzdebile Sextouristen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu Dir führen? Oder willst Du gesetzte Stammgäste nachhaltig vergrämen? Oder ist die freizügige „Künstlerin“ Selina Haas schlichtweg für alles offen und darum nicht ganz dicht, wie es sprichwörtlich so schön heißt? Auf jeden Fall täte die notgeile Bollenhutfrau sehr gut daran, rasch in der nächsten Kuckucksuhr zu verschwinden, um dort für immer vor allen hämisch feixenden Blicken verborgen zu bleiben.

Fakt ist: Für so viel uncharmante sexistische Blödheit ohne Witz und Verstand haben sich engagierte Frauenrechtlerinnen ganz sicher nicht all die vergangenen Jahre ins Zeug gelegt.

– Milla Münchhausen –

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2 Antworten

  1. Tröte sagt:

    Scheint aber doch irgendwie geklappt zu haben mit der Werbung …

    „In abgelegener Schwarzwald-Hütte
    Räuber fesselt Pärchen in der Neujahrsnacht
    Die ersten Stunden des Jahres sollten romantisch werden: Ein Liebespaar mietet sich eine einsame Hütte mitten im Schwarzwald, um dort den Silvesterabend zu verbringen. Doch dann werden sie von einem skrupellosen Räuber gefesselt und ausgeraubt.“

    Gelesen bei:
    http://www.n-tv.de/panorama/Raeuber-fesselt-Paerchen-in-der-Neujahrsnacht-article14243366.html

    Neue Gäste, neue Gangster 🙄

  2. Milla sagt:

    Auch in den Parkhäusern im Schwarzwald gibt es steile Berge und feuchte Täler zu besichtigen (Zitat):

    „Jugendfrei ist das Bild nicht, das die Wand vor zwei ausgewiesenen „Männerparkplätzen“ im Schwarzwald-Städtchen Triberg schmückt: Eine Frau räkelt sich mit gespreizten Beinen, streckt ihre Brüste in die Luft, das lange Haar fällt nach unten. Die weiblichen Rundungen werden von einem Schild mit der Aufschrift „1. Männer-Parkplatz“ ein wenig verdeckt. Über der frivolen Frauensilhouette steht der Schriftzug „Steile Berge, feuchte Täler“.“

    Weiterlesen auf
    http://www.n-tv.de/panorama/Triberger-Buergermeister-muss-zum-Rapport-article15751591.html

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