Telefunken Magnetophon 203 automatic wird wieder fit

Im nachfolgenden Beitrag beschreibt Daniel Deppe in Wort, Bild und Ton die erfolgreiche Wiederbelebung eines Telefunken Magnetophon 203 automatic. Hiermit wünscht der WUNDERBLOG allen Besitzern und Liebhabern herrlicher alter Bandmaschinen viel Freude beim Lesen sowie, falls es gerade passen sollte, jede Menge aufschlussreicher AHA-Momente. Bitte Band ab!

Seit hier im WUNDERBLOG im Jahr 2013 die erfolgreiche Restaurierung eines Grundig TK 147 HiFi de Luxe stereo detailliert dargestellt wurde, hat das Thema “Bandmaschine” in Beckum ziemliche Wellen geschlagen. Zum einen hat es zahlreiche interessierte Anfragen gegeben, die allesamt bestens beantwortet werden konnten. Und zum anderen haben wir sogar einen engagierten Gastautor dafür gewinnen können, seinerseits von seinen schönen Erfolgen zum Thema Digitalisierung von Tonbandaufnahmen mit Grundig TK 147 und Mac OS 9 zu berichten.

Inzwischen hat sich der WUNDERBLOG sowohl vor als auch hinter den internetten Kulissen zu einer beliebten Anlaufstelle für Freunde und Nutzer von Tonbandgeräten der guten alten Neuzeit entwickelt. In diesem erfreulichen Zusammenhang ereilte mich jüngst der Hilferuf eines Besitzers eines

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Das Gerät nahm zwar die Stromversorgung willig an und schien auch um eine angemessene Funktion sichtlich bemüht. Doch leider gab der Lautsprecher keinen Mucks von sich.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Die unmittelbare Überprüfung der Stellung des separaten Ein-Aus-Schalters für den Lautsprecher brachte weder eine beliebte Fehlerquelle noch einen anderweitigen Erfolg ans Licht. Deshalb vermutete ich mit großer Wahrscheinlichkeit einen Defekt an der Endstufe und/oder am Lautsprecher. Und so war ich gezwungen, für eine weiterführende Fehleranalyse tiefer in die Materie vorzudringen.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Da eine aufwändige Instandsetzung nur bei ansonsten gut erhaltenen Geräten lohnt, prüfte ich zunächst den Zustand des seiner Ummantelung entblößten Veteranen.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Das sah schon mal sehr gut aus. Hier würde es sich durchaus lohnen, eine Reparatur durchzuführen. Deshalb jetzt im weiteren Verlauf ein prüfender Blick auf die Elektronik.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Auch hier alles so weit, so gut. Der Techniker in mir wollte jetzt natürlich eine zielführende Differentialdiagnostik, die erst einmal darin bestand, mit einem kleinen Draht die Kontakte des Lautsprechers mit etwas Batteriespannung zu kitzeln. Ein typisches Knacken des Lautsprechers ließ mich feststellen, dass selbiger grundsätzlich zum Abgeben von Klängen gewillt und bereit sein sollte.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Weiter zurück verfolgt kam dann wieder der bewusste Schalter auf den Prüfstand, im folgenden Bild leicht rechts oberhalb vom Schraubendrehergriff zu sehen (roter Knopf).

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Bei dieser Prüfung erblickte ich einige Lötstellen, denen man die zersetzende Last ihres langen Betriebslebens mehr als deutlich ansehen konnte. Diese maroden Lötstellen habe ich erst einmal wieder komplett erneuert. Und siehe da: Die frischen Lötstellen ließen auch den einstmals verstummten Lautsprecher umgehend in den schönsten Tönen jubilieren. Solcherart ermutigt habe ich gleich alle müden Lötstellen wieder frisch verbraten und bei der Gelegenheit auch alle beweglichen Kontaktschienen, Schalter und Potis akribisch gereinigt.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Selbstverständlich wurden auch noch alle Elemente der Bandführung mit Isopropanol gesäubert; eine Behandlung, die durchaus kein Luxus war. Insbesondere die Andruckrolle war für diese liebevolle und gezielte Wartung außerordentlich dankbar.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Am Ende konnte sich das Innenleben des frisch aufpolierten Tonbandgerätes wieder ungeniert sehen lassen.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Natürlich wurde dann auch für den äußeren Glanz gründlichst gesorgt. Auch wenn dabei der Staub von Jahrzehnten seine angestammte Heimat verlor und damit jede Menge zeitgeschichtlich relevante Patina für immer im Putzlappen verschwand.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Derart generalüberholt präsentiert sich das alte Schätzchen jetzt in strahlend neuem Gewand.

Telefunken Magnetophon 203 automatic

Telefunken Magnetophon 203 automatic

und jetzt …

Vorhang auf für ein professionell restauriertes Telefunken Magnetophon 203 automatic

Herrlich, nicht wahr? Vielleicht haben ja auch Sie die eine oder andere technische Frage oder das eine oder andere behandlungsbedürftige Tonbandgerät. Dann stehe ich Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Einfach Kontakt aufnehmen oder diesen Beitrag hier entsprechend kommentieren. Viele Wege führen nach Beckum.

– Daniel Deppe –

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12 Antworten

  1. Paul Redelaar sagt:

    Wie hasst du die oderdecke so ein glanz gegeben? Was haben sie darfur gebraucht?

  2. Charles Deakins sagt:

    Good Afternoon,

    My name is Charles and I have a 203 ts that is having some trouble. I was wondering if you could help me by letting me know if the record button works on your Machine?

  3. Daniel Deppe sagt:

    Hello Mr. Deakins,

    There are often problems with the recording with these devices. The reason is usually the record-playback switch located in the device. Due to the age of the device, the contacts in this switch will corrode. The result is that the recording no longer works. You can try the following: Switch to recording (press Play and Rec together), press stop, press play, press stop, then record again. Repeat this cycle up to 50 times. If that doesn’t help, the switches would have to be cleaned with contact spray. If necessary, I could explain that to you in more detail.
    Good luck and best regards
    Daniel Deppe

  4. Charles Deakins sagt:

    Thanks, That worked beautifully! It seems to not pick up the high end very well so I was thinking of inserting a new driver for the recording head. If you happen to have any advice on that if love to hear it as I am not very experienced with these devices.

    Thanks,
    Charles

    P.S. Sorry about the late response… Just saw your post now – Whoops!

  5. Daniel Deppe sagt:

    Hello Charles,

    if the recording sounds dull and the high notes are missing, then it is often due to a dirty head. This can be cleaned quite easily with pure alcohol and cotton swabs. The cleaning has to be very thorough, absolutely no deposit should be left on the tape head.
    If that doesn’t help, the tape head may also be worn out. Then it would have to be exchanged. Type G435 should be built into your device, so you can still get a replacement.

    Best wishes
    Daniel

  6. Karl Röhricht sagt:

    Hallo Herr Deppe,

    da ist Ihnen eine tolle “Fotostrecke” und sehr schön geschriebene Vorgehensweise zur Restaurierung gelungen.

    Das Lied, das im Video kurz agespielt wird, kenne ich noch aus Kindertagen (ca. 60er-Jahre), es wurde oft im WDR gespielt.
    Können sie mir vielleicht den Titel und den Namen des Orchesters nennen?

    Vielen Dank!

    Mit den besten Grüßen

    Karl

    • Hallo Herr Röhricht,

      ich habe Ihre Frage sowohl an Herrn Deppe als auch an einen anderen profunden Kenner dieses Musik-Genres weitergeleitet. Es kann also nicht mehr lange dauern, bis Sie eine Antwort erhalten. Auch ich habe das von Ihnen angefragte Musikstück noch aus meiner Kindheit im Ohr. Ich finde es einfach herrlich, mit solch schönen “Klang-Schätzen” auf ganz persönliche Erinnerungsreisen zu gehen.

      Viele herzliche Grüße – CC

  7. J. J. Kater sagt:

    Glückauf Herr Röhricht,

    hier meldet sich der andere profunde Kenner 😉

    Es handelt sich um den Titel “Happy Luxemburg” von James Last und war seinerzeit die Erkennungsmelodie von Radio Luxemburg. Nun muss ich gestehen, dass ich nicht sofort darauf gekommen bin. Mir war absolut klar, dass es sich um eine Titelmelodie aus meinen jungen Jahren handelt. Aber ich bin auf Teufel komm raus nicht auf die Sendung gekommen. James Last war vom Sound her mein erster Gedanke. Auch Herb Alpert dachte ich mal an, verwarf es jedoch wieder. Meine Gedanken kreisten um eine Fernsehsendung und an Radio habe ich zunächst gar nicht gedacht. Nun, ich möchte ehrlich sein. Es hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe Herrn Deppe angerufen. Der hat mir dann auf den letzten meiner Spünge geholfen.

    Herzliche Grüße 🙂

    J. J. Kater

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