Antibakterielle Seife ist nutzlos und schädlich

Die Panikmache vor pathogenen Mikroorganismen in unserer häuslichen Umgebung ist allgegenwärtig. Während gestandene Hypochonder die in glühenden Farben beschworene gesundheitliche Bedrohung aus dem Mikrokosmos mit Ehrgeiz ernst nehmen, heizt die maximal gewinnorientierte Putzmittel-Industrie die Ängste und Sorgen des verunsicherten Verbrauchers zusätzlich an. Tatsächlich begründet die Furcht vor Bakterien und Keimen ein höchst einträgliches Milliardengeschäft. Jawohl: ein Milliardengeschäft! Das Ergebnis dieser kühl berechnenden und maximal merkantilen Interessen ist ein gespenstisch um sich greifender Hygiene-Wahn, der die beunruhigten Konsumenten zum Kauf von antibakteriell gepimpten Seifen und Reinigungsmitteln treibt. Doch was bringen diese teuren und mit giftiger Chemie beladenen Putzmittel? Leider das genaue (und gefährliche) Gegenteil von dem, was die Hersteller so vollmundig versprechen:

Bakterien bleiben trotzdem
Chemiezusatz in Seife ist wirkungslos

In dem höchst aufschlussreichen Artikel heißt es (Zitat):

Ein antibakterieller Wirkstoff in der Seife bietet beim Händewaschen keinen zusätzlichen Nutzen. Triclosan, das in vielen festen und flüssigen Seifen steckt, reduziert in der üblichen Konzentration die Bakterienzahl nicht.

Und es kommt noch schlimmer. Denn das in dieser seifigen Haushalts-Zubereitung völlig nutzlose Triclosan steht wegen möglicher gefährlicher Nebenwirkungen schon seit geraumer Zeit am Pranger:

Triclosan…

  • fördert Leberkrebs,
  • trägt zur Resistenzentwicklung von Bakterien bei (Stichwort: Multiresistente Keime) und
  • ist giftig für Algen; reichert sich gefährdend in Fischen an.

Wenn Sie also als mündiger und aufgeklärter Verbraucher sowohl etwas für Ihre gesunde Hygiene als auch für die Umwelt tun wollen, dann lassen Sie bitte die ganze antibakterielle Schlotze im Regal stehen. Eine gute Seife, eine hautfreundliche Waschlotion und ganz normale Putzmittel erledigen den Job genau so sauber. Oder, wie es Frau Christina Pieper vom Bundesinstitut für Risikobewertung in einem Fachartikel sehr treffend formuliert hat:

Gesundheitliche Risiken durch Mikroorganismen sind in einem regelmäßig gereinigten Haushalt nicht zu befürchten, vorausgesetzt die Grundregeln der Hygiene werden beachtet.

Quelle: http://edoc.rki.de/docviews/abstract.php?id=3751
(Antimikrobielle Produkte im Haushalt – eine Betrachtung zu Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt sowie zum Nutzen für den Anwender. Hygiene & Medizin 39 (3) , 2014, S. 68-76)

– Carina Collany –

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