Deichmann Schuhe lösen Alarm im Kaufland aus

Deichmann Schuhe (Symbolbild)

Deichmann Schuhe (Symbolbild)

Ich liebe meine Sammlung witziger Deichmann Schuhe. Sie waren allesamt mega günstig (ich kaufe natürlich immer nur bei super duper Sparangeboten, niemals zu den regulären Kursen) und sie passen in der XXL-Variante sogar meinen relativ ausladenden Füßen. Kein Wunder also, dass ich auch unlängst wieder gnadenlos zugeschlagen habe. Dieses Mal erstand ich ein Paar römisch anmutende Sandalen, die mir als Einzelstück Restposten fast schon geschenkt wurden. Doch was ich mit diesen Schnäppchen im Supermarkt nebenan noch so alles erleben sollte, ließ mir das Thema Deichmann Schuhe in einem gänzlich neuen Licht erscheinen.

Wer Deichmann Schuhe trägt, bei dem piept’s ganz gewaltig!

Mit meinen flammneuen Sandalen an den bestens beschuhten Füßen steuerte ich guten Mutes einen Kaufland Supermarkt an, um dort den fälligen wöchentlichen Einkauf zu erledigen. Doch als ich die im Eingangsbereich aufgestellten Scanner durchschritt, quälte plötzlich ein schrilles Alarmpiepen mein völlig unvorbereitetes Trommelfell. Erschrocken hielt ich inne und hielt mir sofort reflexmäßig die malträtierten Ohren zu. Die resolut robust agierende Kaufland-Mitarbeiterin am Tresen blickte mich skeptisch und wenig wohlwollend an und befahl mir, noch einmal zurückzugehen und dann noch einmal den Scanner zu passieren. Mit vorsorglich zugehaltenen Ohren tat ich, wie mir befohlen war, und löste erneut einen durchdringenden Alarm aus. Jetzt wurde ich in durchaus barschem Ton hinter den Tresen zitiert, wo ich vor den Augen angesammelter Schaulustiger eine halböffentliche Leibesvisitation über mich ergehen ließ. Dabei schreckte der Kaufland Zerberus auch nicht davor zurück, mir ungefragt den Pullover hochzuziehen, um dort nach einer Diebstahlssicherung zu suchen. Meiner grenzenlosen Verblüffung und meinem blütenreinen Gewissen war es in dem Moment zu verdanken, dass ich der wahrhaft kundenfeindlich agierenden Kaufland Türsteherin nichts von ihren Unverschämtheiten zurückgab. Als sie bei ihrem spontanen Körpercheck vor den Augen belustigter Gaffer nichts Verdächtiges an mir finden konnte, fragte sie plötzlich, auf meine Füße deutend:

Deichmann Schuhe?

Wahrheitsgemäß antwortete ich mit “Ja, Deichmann Schuhe.” Darauf hin wurde mir befohlen, abermals vor den Scanner zu treten, diesmal aber nur meinen linken Fuß durchzuschieben. Und siehe da: Sofort piepte es wieder bei mir. Jetzt winkte der Höllenhund gelangweilt ab und mich endlich gnädig durch. Kein Wort der Erklärung, kein Wort der Entschuldigung. Hau bloß ab, blöde Kundin. Jetzt war ich nicht mehr interessant und nur noch Luft für diese Mitarbeiterin des Jahres. Mit einem riesigen Fragezeichen über dem Kopf und restlos verdattert tat ich nun, was ich hier im Kaufland eigentlich tun wollte. Merkwürdiger Weise ließen mich die Scanner ungehindert passieren, als ich samt meiner Einkäufe das Kaufland kopfschüttelnd wieder verließ. Was war denn da nur los gewesen?

Deichmann Schuhe mit eingebauten RFID Chips

Interessante Netzrecherchen brachten mich zu Hause rasch auf des Rätsels Lösung: In Deichmann Schuhe werden zur modernen Diebstahlssicherung RFID Chips buchstäblich eingebaut. Diese Chips kann man von außen an der Ware gar nicht mehr sehen und dem zufolge auch gar nicht mehr entfernen, ohne die Schuhe selbst massiv strukturell zu beschädigen. Werden die Schuhe beim Kauf dann der Kasse von der Verkäuferin diskret über einen speziellen “Rüttler” gezogen, bricht der verborgene RFID Chip an einer eingebauten Sollbruchstelle auseinander und verliert dadurch im Inneren des Schuhs seine alarmierende Funktion. So weit die graue Theorie. In der prallen Praxis können jedoch dicke Sohlen oder unerwünscht solide Chips das innere Zerbrechen wirksam verhindern. Dann bleibt der RFID Chip intakt und telefoniert fröhlich mit jedem Scanner, der des Wegs kommt. In meinem Fall mit dem Scanner im Kaufland Eingangsbereich. Warum Kaufland seine Kunden beim Reingehen gründlicher als beim Rauskommen abcheckt, bleibt wohl deren Geheimnis.

Nicht nur Deichmann Schuhe sind betroffen

Wer mag, kann gerne mal nach “unsichtbare diebstahlsicherung schuhe” oder nach “ich piepe in jedem laden” googeln. Da wird schnell deutlich, dass nicht nur Deichmann Schuhe, sondern auch teure Taschen, hochpreisige Klamotten oder anderweitige Dinge des gehobenen Bedarfs gerne mal einen peinlichen Fehlalarm auslösen. Und das nicht nur im Kaufland. Daher meine (nicht ganz ernst gemeinte) Empfehlung:

Sicherheitshalber nur noch barfuß, nackt und ohne Tasche shoppen gehen 😜

– Carina Collany –

 

Beitragsbild:
Michael Frattaroli MICHAEL FRATTAROLI bei unsplash.com

Print Friendly, PDF & Email

Das könnte Dich auch interessieren …

4 Antworten

  1. Daniel sagt:

    Ein hoch auf die moderne Technik, auch wenn sie eigentlich gar nicht mehr so modern ist und nur eher unpraktisch verbaut wird. Speziell die Kombination Kaufland-Deichmann finde ich interessant, da sich hier in Beckum beide Geschäfte im gleichen Gebäude befinden. Es könnte daher eigentlich öfter Fehlalarm geben 😉
    Was mir noch so einfällt zum RFID-Chip: Sofern die Schuhe oder sonstige Waren offensichtlich keine weiteren Metallelemente aufweisen, könnte man den Chip oder Reste davon sehr schön mit einer handelsüblichen Mikrowelle zerstören. Einfach rein die Treter, die Mikrowelle ein paar Sekunden auf höchster Stufe arbeiten lassen und alles an noch funktionierender Elektronik sollte hinüber sein. Sicherheitshalber sollte man das aber vielleicht doch mit einer schon ausgemusterten Mikrowelle tun bzw. auch immer reichlich Abstand halten. Falls doch noch mehr Metall vorhanden ist, als offen zu erkennen.
    Weiterhin, ist aber wenig praktikabel, könnte man beim nächsten Kauflandbesuch Füße samt Deichmann-Schuhe großzügig und fest in Alu-Folien einschlagen. Das verhindert auch die Kommunikation zwischen RFID-Chip und Scanner, wird aber garantiert für ungewollte Blicke sorgen 😉

    • Hallo Daniel,
      das mit der Mikrowelle kenne ich. Leider würde ich bei so einer Aktion auch die schicken Metallschnallen an den Sandalen gleich mit verschmaucheln und “dat sieht nich aus” 😉 im übrigen weiß ich nicht, ob mir die mikro gar gewellten Treter nach dieser Gewaltmaßnahme noch passen 😛
      Auch das mit der Alufolie ist mir bestens bekannt. Zwar werde ich nicht als silberfüßiger “Alien” beim Kaufland einfallen. Doch in meinem Geldbeutel leistet mir die Alufolie beste Dienste. Denn dort habe ich alles, was einen RFID Chip trägt (Geldkarte, Krankenkassenkarte, Perso etc.) dick mit Folie umwickelt. Damit der Inhalt meiner Geldbörse nicht pausenlos nach Hause oder sonstwohin telefonieren kann 🙂
      Aber die Vorstellung, das nächste Mal in selbst gewickelten Moonboots aus Alufolie einzulaufen, die hat was 😉 DANKE für das schöne und heitere Bild in meinem Kopf! Vielleicht mache ich das doch mal. Und sei es auch nur, um das dumme Gesicht der rüden Türsteherin zu genießen 😛

  2. Peter M. sagt:

    Neuere Scanner (z.B. Saturn) reagieren auf die RFID-Chips empfindlicher als die alten Deichmann-Scanner. Es kommt auch darauf an, wie dicht man am Scanner entlangläuft.
    Ein Saturn-Sicherheits-Mitarbeiter teilte mir zudem mit, dass sich die Chips auch ganz gerne mal “regenerieren”.

    Die Erfahrung habe ich nach dem ersten Umtausch auch gemacht:
    Beim verlassen von Deichmann die Schuhe einzeln am Scanner entlang gestriffen… nix.

    Gegencheck Saturn: Alarm.
    Zurück zu Deichmann: Alarm.

    Wenn jeder Kunde für einen durch Deichmann-Versagen ausgelösten Alarm 50 Euro an den Kunden zahlen müsste, könnte man dieses Problem allerdings schnell in den Griff bekommen… 😉

    • Hallo Peter,
      vielen Dank für die spannenden Infos. Gut und wichtig zu wissen!
      Und: die Idee mit den 50 EUR ist super! Wenn das angeordnet würde, könnte ich meinen Lebensunterhalt schon bald komplett von den “Piepsentschädigungen” bestreiten 😉
      Beste Grüße von C.C.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Anti-Spam durch WP-SpamShield

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Internetseiten der deppe solutions verwenden Cookies. Cookies sind Textdateien, welche über einen Internetbrowser auf einem Computersystem abgelegt und gespeichert werden. Zahlreiche Internetseiten und Server verwenden Cookies. Viele Cookies enthalten eine sogenannte Cookie-ID. Eine Cookie-ID ist eine eindeutige Kennung des Cookies. Sie besteht aus einer Zeichenfolge, durch welche Internetseiten und Server dem konkreten Internetbrowser zugeordnet werden können, in dem das Cookie gespeichert wurde. Dies ermöglicht es den besuchten Internetseiten und Servern, den individuellen Browser der betroffenen Person von anderen Internetbrowsern, die andere Cookies enthalten, zu unterscheiden. Ein bestimmter Internetbrowser kann über die eindeutige Cookie-ID wiedererkannt und identifiziert werden. Durch den Einsatz von Cookies kann die deppe solutions den Nutzern dieser Internetseite nutzerfreundlichere Services bereitstellen, die ohne die Cookie-Setzung nicht möglich wären. Mittels eines Cookies können die Informationen und Angebote auf unserer Internetseite im Sinne des Benutzers optimiert werden. Cookies ermöglichen uns, wie bereits erwähnt, die Benutzer unserer Internetseite wiederzuerkennen. Zweck dieser Wiedererkennung ist es, den Nutzern die Verwendung unserer Internetseite zu erleichtern. Der Benutzer einer Internetseite, die Cookies verwendet, muss beispielsweise nicht bei jedem Besuch der Internetseite erneut seine Zugangsdaten eingeben, weil dies von der Internetseite und dem auf dem Computersystem des Benutzers abgelegten Cookie übernommen wird. Ein weiteres Beispiel ist das Cookie eines Warenkorbes im Online-Shop. Der Online-Shop merkt sich die Artikel, die ein Kunde in den virtuellen Warenkorb gelegt hat, über ein Cookie. Die betroffene Person kann die Setzung von Cookies durch unsere Internetseite jederzeit mittels einer entsprechenden Einstellung des genutzten Internetbrowsers verhindern und damit der Setzung von Cookies dauerhaft widersprechen. Ferner können bereits gesetzte Cookies jederzeit über einen Internetbrowser oder andere Softwareprogramme gelöscht werden. Dies ist in allen gängigen Internetbrowsern möglich. Deaktiviert die betroffene Person die Setzung von Cookies in dem genutzten Internetbrowser, sind unter Umständen nicht alle Funktionen unserer Internetseite vollumfänglich nutzbar.

Schließen