Welches Tier darf ein emotionales Assistenztier sein?

Ein emotionales Assistenztier ist ein ganz besonderer tierischer Freund. Meist sind es in diesem speziellen psychotherapeutischen Zusammenhang Hunde oder Katzen, die ihr psychisch krankes Frauchen oder Herrchen mit ihrer bedingungslosen Hingabe und Zuneigung gefühlsmäßig wirksam stabilisieren. Doch dürfen auch andere possierliche Kerlchen ein ausgewiesenes emotionales Assistenztier werden? Dazu haben, unter anderem, Fluggesellschaften eine sehr dezidierte Meinung.

Das Eichhörnchen als emotionales Assistenztier

Das Eichhörnchen als emotionales Assistenztier

Das Eichhörnchen als emotionales Assistenztier

Es geschah an einem bis dahin völlig unspektakulären Tag auf dem Flughafen in Orlando (USA). Da wollte ein weiblicher Passagier das Flugzeug nicht ohne ein niedliches Eichhörnchen, das als emotionales Assistenztier mitreisen sollte, besteigen. Dagegen hatte „Frontier Airlines“ allerdings etwas einzuwenden. Denn nach den Statuten dieser Fluglinie ist es nicht gestattet, ungewöhnliche, exotische oder wilde Tiere einfach mal so mit an Bord zu nehmen. Dieses ausnahmslose Verbot beinhaltet ausdrücklich auch Nagetiere, Reptilien, Insekten, Wildschweine, Hasen, Beuteltiere/Gleitbeutler, haushaltsunübliche Vögel sowie offenkundig schmutzige oder stinkende Tiere. Und Eichhörnchen sind nun mal ebenso wilde wie nagende Tiere. Ganz egal, ob eine in psychotherapeutischer Behandlung befindliche Flugreisende ihr Eichhörnchen als persönliches emotionales Assistenztier betrachtet oder nicht. Die Dame wurde dann nach langem Hin und Her samt Eichhörnchen von der Polizei zurück zum Terminal eskortiert. Alle anderen Fluggäste durften sich an einer zweistündigen Flugverspätung erfreuen, die durch diesen tierischen Zwischenfall zustande kam. Zweifelsohne ist also ein Eichhörnchen ungeachtet seiner extremen Niedlichkeit nicht dazu berufen, ein anerkanntes emotionales Assistenztier zu sein.

Pebbles: Ein emotionales Assistenztier auf der Wasserrutsche in den Nagerhimmel

Die selbe Diskriminierung wie das in Polizeigewahrsam genommene Eichhörnchen mussten übrigens auch schon ein Pfau namens Dexter und ein Hamster namens Pebbles erfahren. Pebbles machte traurige Schlagzeilen, als er damals kurzerhand vom eigenen Frauchen über die Flughafentoilette entsorgt wurde, damit der gebuchte Flug als solcher nicht in Gefahr kam. So viel zum Thema gefühlsmäßige Bindung des psychisch erkrankten Menschen an sein emotionales Assistenztier. Ist am Ende dann vielleicht doch kein allzu erstrebenswerter Job für kleine Tiere mit großen Herzen.

Für einen versöhnlichen Abschluss sei noch erwähnt, dass die Polizei durchaus auch der Freund und Helfer des in Nöte geratenen Eichhörnchens ist. Als umwerfend süßer Beweis dafür möge das nachfolgende Video dienen, dem nichts mehr hinzuzufügen ist:

– Carina Collany –

Beitragsbild: Jongsun Lee auf unsplash.com

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Eine Antwort

  1. 29. Dezember 2020

    […] wichtige Frage beantwortet die Natur von ganz allein. Denn Füchse sind keine handzahmen Schmusetiere und sollen es bitte auch nicht sein. Ein gesunder erwachsener Fuchs scheut, wie allgemein bekannt […]

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