Checkliste: Was Ärzte gefährlich macht

Blindes Vertrauen macht Ärzte gefährlich

Blindes Vertrauen macht Ärzte gefährlich

Können Ärzte gefährlich sein? Immerhin haben sich die Mediziner ja mit dem Eid des Hippokrates der Gesundheit und der Heilung ihrer Patienten verschrieben. Was kann also im prallen Praxisalltag dazu führen, dass Ärzte gefährlich werden? Da sind leider eine ganze Menge Punkte zu benennen, die kranken Menschen zusätzlich zu ihrem körperlichen Leiden auch noch mentale Bauchschmerzen bescheren können. Die drei wichtigsten Kriterien für das, was Ärzte gefährlich sein lässt, sollen nachfolgend kurz angerissen werden.

Ärzte gefährlich #1: Abwesenheit aktuellen medizinischen Fachwissens

Der Zugang zu neuen und praxisrelevanten Ergebnissen aus der medizinischen Forschung war noch nie so unkompliziert und so einfach wie heute. Auf zahlreichen Wissenschaftsportalen kann jeder, der in Sachen Medizinfortschritt auf Stand bleiben will, mit leicht verständlich aufbereiteten Beiträgen seine Kenntnisse rund ums gesund werden und bleiben tagesaktuell auffrischen. Da sollte man doch meinen dürfen, dass auch praktizierende Mediziner diese nützlichen Quellen des salutogenen Wissens zum Wohle ihrer Patienten nutzen. Doch das entspricht leider nicht den betrüblichen Tatsachen. Es können durchaus auch schon mal 30 Jahre vergehen, bis fundiertes Fachwissen (oder entlarvte Irrtümer) in den Behandlungszimmern der Damen und Herren Ärzte ankommen. Bis dahin müssen die Patienten unter wirkungslosen bis lebensgefährlichen „Behandlungsmethoden“ oder völlig falschen Ratschlägen leiden. Sie dürfen also allerbesten Gewissens jeden Tag Ihr Frühstücksei genießen, Ihren Kaffee trinken, Butter auf Ihr Brot streichen und Salz an Ihre Speisen geben. Was Sie dagegen dankend und mit allem Nachdruck ablehnen sollten sind (zum Beispiel)

  • Infusionstherapien mit Rheologika bei Hörsturz (bestenfalls unwirksam bis schlimmstenfalls irreparabel nervenschädigend),
  • hochdosierte Vitamin-C-Infusionen als Ansteckungsvorbeugung in der Erkältungszeit (völlig nutzlos),
  • Entfernung völlig unproblematisch angelegter Weisheitszähne (wenn sie weder schmerzen noch krumm oder schief daher wachsen, geht keinerlei Risiko von ihnen aus),
  • Antibiotika gegen Virusinfektionen (völlig wirkungslos und sehr schädlich),
  • Kniespiegelung bei Knieverschleiß (nützt gar nichts, kann aber im Gelenk viel kaputt machen),
  • IgEL-Leistungen oder
  • Bleaching. Ja, Bleaching schadet den Zähnen! Und zwar sehr nachhaltig!

Ärzte gefährlich #2: Juristisch motivierte feige Verlogenheit

Wissen Sie, welche Frage des Patienten verlogene Ärzte am meisten fürchten?

Herr Doktor, was würden Sie denn jetzt und hier an meiner Stelle bei dieser Diagnose machen?

Denn wenn die Ärzte diese Frage nach bestem Wissen und Gewissen und vor allem grundehrlich und schonungslos wahrheitsgemäß beantworten müssten, blieben erstaunlich viele OPs unempfohlen und jede Menge Therapieformen wegen der immensen Nebenwirkungen abgelehnt. Empfiehlt der Mediziner dennoch diesen Eingriff oder jene Arznei, dann meist nur, um sich juristisch abzusichern. Es soll ja später keiner sagen dürfen, dass nicht alles versucht worden wäre, auch wenn diese Versuche den Patienten möglicher Weise für den Rest seines Lebens schädigen würden. Hauptsache, die Weste, pardon, der Kittel bleibt weiß.

Ärzte gefährlich #3: Anmaßende Selbstherrlichkeit

Götter irren sich nie, Halbgötter auch nicht. Das denken jedenfalls erschreckend viele Ärzte über sich selbst. Doch die krankmachende Wahrheit sieht ganz anders aus, jedenfalls für die Halbgötter in Weiß. Eine entlarvende Studie förderte zu Tage, dass im Schnitt etwa 15% aller ärztlichen Diagnosen schlichtweg falsch sind. Und jetzt bitte festhalten: Bei jenen Ärzten, die sich nach eigenen Angaben in ihren Diagnosen absolut sicher sind, lag die Fehlerrate bei satten 40%! Fazit: Je selbstüberschätzender der Arzt, desto falscher seine Diagnostik. Es kann also auch einem gestandenen Weißkittel überhaupt nicht schaden, sich und die eigenen diagnostischen Verhaltensweisen regelmäßig kritisch selbst zu hinterfragen. Das könnte jedenfalls so manchem Patienten wirklich mal Besserung bringen.

Oh weh! Sind denn auch meine eigenen Ärzte gefährlich?

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedenfalls besorgniserregend hoch. Darum ist ein bestimmtes Maß an kritischem Mißtrauen oft ein gar nicht mal so schlechter Ratgeber in Behandlungsfragen. Auf jeden Fall sollten Sie wachsam werden, wenn Ihr Arzt Ihnen irgendwelche IgEL-Leistungen aufschwätzen will, wenn er Ihnen Ratschläge erteilt, die schon seit 30 Jahren als falsch gelten müssen oder wenn er allzu schnell zum Skalpell greifen möchte.

– Carina Collany –

Beitragsbild: Daniel Deppe

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