Alles was ich jemals hatte

Alles was ich jemals hatte

Alles was ich jemals hatte

Alles was ich jemals hatte ist mir letzte Nacht im Traum erschienen. Ich träumte, dass alles, wirklich alles was ich jemals hatte, in einem endlos großen Raum vor mir aufgereiht lag. Meine ersten Stofftiere, mein Kinderbesteck, mein erstes Schulheft, mein erstes Auto, einfach alles. Was für ein unglaublicher Anblick!

Alles was ich jemals hatte – mit einer klaren Aufgabe

In diesem wahrhaft atemberaubenden Traum wurde ich vor die Aufgabe gestellt, aus all meinen ehemaligen und aktuellen Besitztümern jene Dinge auszuwählen, die ich auf jeden Fall aufheben und mitnehmen wollte. Doch diese Auswahl konnte ich nicht einfach so nach meinem freien Belieben treffen. Was ich behalten wollte, musste in der Summe in drei große Umzugskartons passen. Kein einziges Stück mehr durfte ich auswählen, sonst hätte ich am Ende gar nichts bekommen. Da stand ich nun in meinem Traum und betrachtete versonnen und staunend alle meine Schätze von Früher und von Heute. Und die Entscheidung darüber, was davon in den Umzugskarton wandern würde und was für immer verloren wäre, fiel mir absolut nicht leicht.

Alles was ich jemals hatte in traumhafter Präsentation

Wie wir alle wissen, haben sämtliche Gesetze der Physik und der Logik im Kopfkino Hausverbot. Deshalb wäre es in meinem surrealen Szenario gar kein Problem gewesen, acht Flipper und eine Großraumlimousine in einem einzigen Umzugskarton zu verstauen. Dann wäre der Karton allerdings voll gewesen. Ich hatte also durchaus einen gewissen traumhaften Spielraum bei der Befüllung meiner nächtlichen Seelenkisten. Trotzdem hatte ich mächtig Mühe, mich zu entscheiden. Wäre es überhaupt gut für mich, mich erneut an Sachen aus meiner Vergangenheit zu binden, von denen ich mich einmal schmerzhaft, aber durchaus befreiend losgemacht hatte? Würde ich mir mit dem alten Kram nicht wieder neue Gewichte ans Bein binden? Oder läge hier meine einmalige Chance, fehlentschiedene Trennungen von Früher wieder gut zu machen? Keine leichte Entscheidungssituation im Angesicht sämtlicher Sachen, die ich jemals besessen hatte oder immer noch besitze. Zum Glück wurde mir die Entscheidung mit den ersten Sonnenstrahlen abgenommen. Denn die Helligkeit des erwachenden Morgens zog mich sanft, aber bestimmt aus der Traumwelt in die Wirklichkeit zurück.

Ein neuer Blick auf die Dinge

Ich habe die schwere Aufgabe, die dieser Traum mir gestellt hatte, nicht wirklich lösen müssen. Dennoch hat diese nächtliche Kopfkino-Vorstellung ihre deutlichen Spuren in meinem Wachbewusstsein hinterlassen. Und ich habe, einmal mehr, klar erkannt, dass alles seine Zeit hat. Zeit zu bleiben und Zeit zu gehen. Zeit zu behalten und Zeit wegzugeben. Vielleicht habe ich in meinem Leben in dieser Sache ein paar falsche Entscheidungen getroffen. Nun ja, wer hätte das nicht? Auf jeden Fall kann ich mit Stolz sagen, dass meine Trefferquote durchaus respektabel ist. Und dass ich auch in Zukunft nichts krampfhaft festhalten werde, was gehen will oder gehen sollte.

Mein letztes Hemd wird ohnehin keine Taschen haben

– Carina Collany –

Beitragsbild / Symbolfoto: Ignat Kushanrev

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6 Antworten

  1. Antje Gröschel sagt:

    Alles was ich hatte ist leider von mir gegangen, aber ich habe auch vieles neu dazu gewonnen, geschenkt bekommen und neu erfunden 🙂
    Schön.wenn man weiß, wie man sich selbst wieder glücklich sehen kann..
    Ein paar Zeilen, als Kommentar (auch wenn vielleicht etwas seltsam – aber NUR MAL SO 🙂 ) mit lieben Grüßen 🙂 geschrieben für meine Mama

    NUR MAL SO

    Ein leiser Regen sammelt sich auf Wiesen
    es duftet nach frischem Grün
    erste zarte Blüten erblicken das Licht.

    Eine Bank, wahrscheinlich neu, steht unter
    unserem Baum
    Ich hatte sie gar nicht bemerkt.
    Ein Zwitschern erfüllt den Klang des Sommers.
    Am Morgen, wenn die Wiese unseres Gartens noch feucht war,
    stellte ich mir einen Stuhl, den weißen, in die morgendliche Sonne.

    Einzelne Bienen begaben sich auf den Weg des Baumens, welcher am Zaunesrand stand und die ersten Früchte erahnen lies. Wie mögen sie dieses Jahr schmecken?

    Eine Amsel besucht mich, schlendert über diese Wiese
    findet etwas und fliegt weiter.
    Du schaust aus dem Fenster der Veranda und siehst zu mir herüber
    Es ist alles in Ordnung, rufe ich. Du machtest Dir immer Sorgen. So ist es als Mama.

    Später wolltest Du zu mir in den Garten kommen, dich setzen und eine Weile leise sein.
    Bis dahin atme ich die morgendliche Luft, den Duft der Blüten und Bäume.

    (noch mehr übrigens hier, liebe Carina ^^ – https://www.facebook.com/TexteUndGedanken/ )

    • Ich danke Ihnen, liebe Frau Gröschel, für diese bewegenden Zeilen. Ihre Worte, Texte und Gedanken sind hier stets willkommen. Ich wünsche mir, dass Ihrem facebook-Link viele Leserinnen und Leser des WUNDERBLOGs folgen werden. Außerdem sind SIE, liebe Frau Witt 😉 😉 😉 herzlich dazu eingeladen, ganz nach Lust und Laune hier im Blog eigene Sachen zu veröffentlichen. Kleiner Wink genügt 🙂 wir werden uns da bestimmt immer schnell einig!
      Herzliche Sonnengrüße – Ihre Carina

      • Antje Gröschel sagt:

        Liebe Grüße zurück 🙂
        Ich würde gerne meine Texte und Gedichte /Gedanken einem breiteren Publikum eröffnen. Wenn das möglich ist, gerne 😉
        ( btw: Frau Witt ist immer gut 🙂 😉 )
        Ich kann Ihnen auch die Texte zur vorherigen Ansicht / einfach ausgedrückt: Zum Lesen , per Mail etc senden. Wie auch immer
        AUF BALD ! 🙂
        Antje

        • Hallo Frau Witt 🙂 😉
          hier im WUNDERBLOG gibt es eine Kategorie “Gut gedichtet”. Dort würde ich Ihre Texte mit Freuden als Gastbeiträge unterbringen. Dazu brauche ich Ihre Texte vorab, damit ich diese zu entsprechenden Blogbeiträgen (inklusive Beitragsbild und erfüllten SEO-Kriterien) machen kann. Bitte erwarten Sie dazu eine E-Mail von mir. Damit Sie auch wissen, wohin Sie Ihre Texte schicken sollen 😎
          Ich freue mich auf unsere internette Zusammenarbeit!
          Herzlichst – CC 🙂

  2. Antje Gröschel sagt:

    Guten Morgen 😊
    Ich lese diesen Blogeintrag bei einem Kaffee und bleibe in einer Gedankenwelt stecken, gefangen der Vorstellung wie es wohl war. Ich musste, oder vielleicht durfte, auch schon viele Entscheidungen treffen. Nicht zuletzt meiner Berufswege wegen, inzwischen an der drei und wenn alles gut geht bald Nr 4. Und, und ich glaube dass dies mit eines der wichtigsten Punkte ist, treffe ich heute Menschen, welche mir mehr bedeuten, als all die Jahre, welche doch oft nur Unsinn enthielten. 😊😉😉. Freundschaft und Liebe geht eben nicht nur durch den Magen
    Liebe Grüße Antje 🌈🙂

  1. 26. Juni 2020

    […] gehobenen Nonsens. Ihr erstes offizielles in Erscheinung treten fand hier im Blog im Rahmen eines Kommentars statt. Jetzt wird die geschätzte Leserschaft und Fangemeinde des WUNDERBLOGs in der Kategorie […]

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