Organenteignung à la Spahn

Organenteignung

Organenteignung

Leider kein Aprilscherz – Herr Spahn ist auf die grandiose Idee verfallen, aus der Organspende eine Organenteignung zu machen. Oder wie soll man es sonst verstehen, dass jeder Mensch ab 16, der nicht widerspricht, automatisch zum willfährigen Organspender wird? Es kann ja wohl nicht angehen, dass diese unverschämte Form der bevormundenden Organenteignung demnächst grausames Gesetz wird.

Organenteignung = Ersatzteillagermentalität

Die Politparasiten menscheln doch sonst so gerne vor sich hin. Ach ja, der Mensch, wie ist er doch edel, hilfreich, gut und unantastbar. Doch wenn im Lager der auf Spenderorgane Wartenden schleimend auf Stimmenfang gegangen wird, dann wird der ach so noble Mensch ruckzuck zum Schlachtgerät und zum Ersatzteillieferanten degradiert. Dann wird beispielsweise aus dem eben noch hoch geachteten sportlichen jungen Familienvater rubbeldiekatz ein nasser Sack, aus dem nach Belieben das noch körperwarme Material bluttriefend rausgeschnitten werden darf. Bin ich eigentlich der einzige Mensch, der von so viel heuchlerischer Doppelmoral total abkotzen möchte? Es kann schlichtweg nicht angehen, dass nach dem Willen des Herrn Spahn jeder mit Vollendung des 16. Lebensjahres einfach mal so zur Organenteignung herangezogen wird.

Organenteignung, um Gründe gegen die Organspende unter den Teppich zu kehren

Es muss und soll jedem Menschen selbst überlassen bleiben, ob er oder sie Organspender sein oder werden will. So viel Recht auf individuelle Selbstbestimmung ist selbstredend und nicht zu diskutieren. Dabei wird aber leider von solchen Spezialisten wie Herrn Spahn geflissentlich übersehen, dass es hervorragende Gründe gegen, ja GEGEN (!!!) eine Organspende gibt. Und diese Gründe für sich selbst geltend zu machen, darf weder negativ gewertet noch sozial geächtet noch dümmlich kleingeredet werden. Wer garantiert mir denn, dass ich wirklich schon mausetot bin, wenn der Schlachtermeister kommt? Wer garantiert mir, dass meine körperlose Seele nicht hilflos leidend dabei zugucken muss, wie ihr ehemaliges Zu Hause schamlos ausgeweidet wird? Und will ich mit meinen Organen überhaupt irgend so ein dämliches Arschloch retten, dass sich die eigenen Organe absichtsvoll ruiniert hat? Will ich, dass irgend ein asozialer Soziopath, ein Mörder und Vergewaltiger vielleicht, oder einer, der seine Frau schlägt, mit meinem Herzen weiterleben darf? Wie steht es, abgesehen davon, mit religiösen und spirituellen Argumenten gegen die Anschlussverwertung noch brauchbarer Innereien? All diese und noch weit mehr Diskussionspunkte lassen es ebenso grotesk wie obszön erscheinen, jeden Menschen ab 16 Jahren per Akklamation zur Organenteignung zu verdonnern. Jedenfalls ist der Begriff “Spende” hier furchtbar fehl am Platze.

Wie wehrt man sich gegen Organenteignung?

In der Tat lässt Herr Spahn noch ein winziges Hintertürchen geöffnet: man darf kundtun, dass man seine Organe nicht rauben lassen, pardon, spenden möchte. Das ist allerdings ein gesonderter Akt mit entsprechendem deutschbürokratischem Aufwand. Und ob jemand, der seiner Organenteignung ausdrücklich widersprochen hat, hier im Zweifelsfall am Tage X. auch sein Recht bekommt, darf gerne bezweifelt werden.

Organenteignung Fazit

Die Menschen zur “Organspende” zu zwingen, ist mit Sicherheit der völlig falsche Weg. Besser ist es, alle bestehenden und berechtigten Bedenken gegen die Organspende auszuräumen, um aus dem Tatbestand der Enteignung wieder die Freude einer freiwilligen Spende zu machen. Darüber hinaus muss ein individuelles NEIN absolut akzeptiert werden. Wer nun mal aus persönlichen Gründen nicht spenden will, muss diese Haltung haben und ungestraft vertreten dürfen. Im Moment sieht es leider so aus, dass Herr Spahn mit seinem absolut amoralischen Vorstoß lieber grundlegende Persönlichkeitsrechte verletzen statt notwendige Freiheiten schaffen will. Das Stimmvieh spurt nicht? Kein Problem! Dann setzen wir eben noch einen weiteren Nasenring ein. Wir haben noch genug davon auf Lager.

Ob wohl Herr Spahn selbst Organspender ist? Falls ja, könnte man in Anbetracht seines kompletten Realitätsverlustes augenzwinkernd die komödiantisch künstlerfreiheitliche Frage stellen, ob er sein Hirn bereits vor einiger Zeit in der Organbank zur weiteren Verwendung abgegeben hat Auf jeden Fall hat dieser so genannte Volksvertreter jeglichen Sinn für das wirkliche Leben der Leute “da unten” schon lange eingebüßt.

– Milla Münchhausen –

Beitragsbild: Tim Marshall

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3 Antworten

  1. Daniel sagt:

    Wenn Herr Spahn sein Hirn noch nicht gespendet haben sollte, dann müsste man ihn auch gewaltsam von der Möglichkeit abhalten, es irgendwann zu tun. So viel weltfremden Mist, wie dieser Mann von sich gibt, dürfte er gar nicht so eine Position bekleiden, wie er immer noch darf. Ich möchte dabei auch einmal an den ganzen Käse erinnern, den er bezüglich Hatz 4 so von sich gab und gibt. Was ist Deutschland eigentlich für ein Staat geworden, dass ein Herr Spahn im Bundestag so herablassend mit Menschen und ihrer Würde abhandeln darf?

  2. Meine Organe gehören mir! sagt:

    “Die Würde des Menschen ist unantastbar”, so wird es aus dem Grundgesetz Artikel 1 immer wiedre gerne zitiert. Was aber ist Würde genau? Würde ist die Verwirklichung von Menschenrechten, von denen die freiheitliche Selbstbestimmung an vorderster Stelle steht. Und genau diese freiheitliche Selbstbestimmung ist soeben mit einer intelligenzfernen und menschenverachtenden PressSpahnPlatte kaltlächelnd in die Tonne getreten worden. Wenn es nach mir ginge, würde ein Herr Spahn sofort fristlos aus seinem Amt entfernt und müsste für den Rest seiner Tage an alle Menschen, die er jemals mit seinem selbstherrlichen Geseiber entwürdigt hat, Schmerzensgelder zahlen. Was für ein Kretin!

  3. J. J. Kater sagt:

    @Meine Organe gehören mir!:

    Sie haben meine volle Zustimmung. Da gibt es noch einige andere Politiker, deren Unfähigkeit nach wie vor geduldet wird. Schlimmer noch: Sogar staatlich weiter finanziert wird. Aber das möchte ich hier nicht weiter vertiefen.

    Hoch interessant zu diesem Thema ist auch ein Artikel in “Tichys Einblick”, der weitere nennenswerte Einblicke (Nomen est Omen) gewährt:

    https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/organspende-verordneter-altruismus/

    Ein Urteil möge sich der geneigte Leser hier selbst bilden. Ich bekenne mich in jedem Fall als Fan von Roland Tichy und seiner Arbeit.

    Herzlichst, J. J.

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