Cannabis-Legalisierung als Durchbruch für Deutschland

Deutschland leidet an zahlreichen chronischen Mangelkrankheiten. Es gibt scheinbar immer zu wenig Steuereinnahmen, zu wenige Arbeitsplätze und zu wenig Polizeipräsenz. Dabei wäre es so unverschämt leicht, diese drei Desiderate nach Geld, Jobs und Sicherheitsempfinden gleich alle auf einmal zu befriedigen. Dazu müsste sich der deutsche Staat nur endlich mal einen von Intelligenz und Einsichtsvermögen getragenen Ruck geben, die nackten Fakten lösungsorientiert zur Kenntnis nehmen und die Logik den Rest erledigen lassen. Oder konkreter und härter am Thema formuliert:

Cannabis-Legalisierung erfüllt gleich drei Wünsche auf einmal

Für diese Behauptung soll jetzt und hier auf der Stelle der Beweis angetreten werden.

Punkt 1) Mehr Steuern für den Staat

Ein zufriedener Steuerzahler

Ein zufriedener Steuerzahler

Führende Ökonomen haben unter Verwendung belastbarer Daten ausgerechnet, dass der unersättliche deutsche Fiskus durch die Cannabis-Legalisierung von jetzt auf gleich zusätzliche Steuereinnahmen in einer Höhe von wenigstens 530 Millionen Euro p.A. erwarten dürfte. Diese fetten Steuern würden durch den legalen staatlich konzessionierten Verkauf von Cannabis generiert. Ganz genau so, wie der Staat ja auch Raucher, Tankstellenkunden und Alkoholkonsumenten zur Kasse bittet, könnte dann auch der ganz legale Kiffer sein sattes Schärflein zur fiskalen Mästung beitragen.

Punkt 2) Mehr sichere Arbeitsplätze

Wenn jeder Dealer ab sofort zum ganz normalen Angestellten (oder von mir aus auch zum Freiberufler) würde, könnten auf einen Schlag unzählige neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen werden. Und nicht nur ehemals kriminelle Dealer könnten dadurch den Sprung in eine neue und krisensichere Gesetzestreue schaffen. Auch spezialisierte Tourismusunternehmen könnten sich mit „Cannabis-Reisen“ eine goldene Nase verdienen. Sogar die altehrwürdigen Apotheker hätten als „offizielle Handelspartner“ noch ihren Profit von der Cannabis-Legalisierung, und müssten für den zu erwartenden Kundenzustrom gewiss noch ein paar ausgebildete Fachkräfte zusätzlich einstellen.

Punkt 3) Mehr Polizeipotenzial für die Bekämpfung echter Verbrechen

Qualifizierten Schätzungen zufolge lässt sich der deutsche Staat die Strafverfolgung von Cannabis-Delikten summa summarum bis zu fünf Milliarden Euro pro Jahr kosten. Mit so einer Mörderkohle könnte man fürwahr Besseres bewerkstelligen, als armen kleinen Kiffern mit der geballten Härte des Gesetzes nachzustellen. Ganz abgesehen davon würden bei einer Cannabis-Legalisierung unglaubliche Polizei-Energien und Polizei-Kapazitäten frei, die dann gesellschaftlich deutlich gewinnbringender eingesetzt werden könnten. Zum Beispiel zur effizienten Bekämpfung osteuropäischer Verbrecherbanden oder organisierter Einbrecherhorden. Oder einfach nur für ein besseres Sicherheitsgefühl rechtschaffener Bürger auf nächtlichen Straßen. Was könnte die Polizei, unser aller Freund und Helfer, alles anpacken, wenn sie sich nicht mit hoch sechsstelligen Ermittlungsverfahren gegen Cannabisfreunde rumplagen müsste? Darüber muss man offen nachdenken dürfen, und zwar sehr laut.

Übrigens …

Die Zahl der Einbrüche in Essen steigt drastisch an

Wenn sich die Polizeibeamten in voller Teamstärke um die osteuropäischen Einbrecherheuschrecken kümmern könnten, statt sich bei platt populistischen Blitzmarathons oder bei der Jagd auf kleine Kiffer sinnfrei aufreiben zu müssen, sähe die verbrechensverhinderne Erfolgs-Bilanz gewiss bald weit bürgerfreundlicher aus.

Die meisten Essener Drogentoten sterben durch Alkohol

Wer pausenlos moralinsauer mit dem knochigen Anklagefinger und bar jeder pharmakologischen Fachkompetenz auf Cannabis zeigt, sollte endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass es wirklich und wahrhaftig weit gefährlichere und giftigere Drogen gibt. Nur mal so in den Raum gestellt.

Liebe Politiker! Wenn Ihr auf einen Schlag unglaublich reich werden, die Justiz schärfer machen und den Arbeitsmarkt beflügeln wollt, dann hebt endlich diese unsägliche und unsinnige Prohibition auf. Euer nicht unerheblicher Zusatznutzen läge überdies in einem deutlich entspannteren und glücklich entkriminalisierten Volk. Das bringt zufriedene Wählerstimmen 😎 und das habt Ihr allesamt alles bitterst nötig!

– Milla Münchhausen –

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2 Antworten

  1. Cannapower sagt:

    Ich möchte Frau Münchhausens Liste noch um zwei Punkte ergänzen:

    1) Derzeit wird Cannabis von vielen amoralischen Dealern mit gesundheitsgefährdenden Substanzen wie z.B. Haarspray oder Talkumpuder versetzt, um den ohnehin schon grandiosen Profit noch zu steigern. Die daraus beim Konsumenten resultierenden gesundheitlichen Probleme können extrem bedrohlich ausarten. Könnten die Kunden statt dessen staatlich geprüften und sauberen Stoff ganz legal beim konzessionierten Apotheker um die Ecke erwerben, fielen solche Gefährdungen von vornherein aus. Ein für die Volksgesundheit nicht zu unterschätzender Zugewinn!

    2) Dem ganzen Geraffel um die in vielerlei Hinsicht bedenklichen „Legal Highs“ könnte sofort der Boden unter den Füßen weggezogen werden, und das Thema wäre erledigt. Wer will schon giftige Badezusätze und dubiose Kräutermischungen zweifelhafter Herkunft rauchen, wenn gutes Gras in bester Apothekenqualität ganz legal gekauft und genossen werden kann?

  2. Mautgegner sagt:

    Würde Herr Dobrindt statt dieser dümmlichen Maut lieber die schlaue Legalisierung von Cannabis mit all seiner Willensstärke vorantreiben, könnte er ratzfatz mehr Geld für den Staat rausholen, als er je mit seinen blöden Plaketten zusammenkratzen würde.

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