Die Magie der Rauhnächte

Spirituell aufgeschlossene und seelisch feinfühlige Menschen nutzen die Zeit zwischen den Jahren, also die Rauhnächte, für mystische Erfahrungen und mentale Reinigungen. Denn man sagt, dass in den Rauhnächten (das sind die 12 Nächte zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag) die Geister, Feen und Elfen den Menschen so nahe kommen können wie niemals sonst im Jahr. Wer mag und daran glaubt, hat nun die Gelegenheit, mit diversen Ritualen und individuellen Meditationstechniken böse Einflüsse zu bannen und gute Wesenheiten um Rat, Hilfe und Unterstützung zu bitten.

Das Geheimnis der Rauhnächte

Doch auch alle, die definitiv nicht an Kobolde & Co. glauben, können die Rauhnächte sehr gut und sehr konkret für ihre Persönlichkeitsentwicklung und Persönlichkeitsentfaltung nutzen. Denn die Rauhnächte sind durch ihre einzigartige Lage im hierzulande verwendeten Kalender perfekt dafür geeignet, einmal die eigenen nächtlichen Träume sehr intensiv und sehr genau hinsichtlich möglicher Bedeutungen zu erforschen. Dazu ist es natürlich erforderlich, das eigene Traumleben mit Hilfe eines Traumtagebuchs zu dokumentieren, und die erinnerten Traumbegebenheiten ergebnisoffen zu analysieren. Dabei können sich durchaus spannende Botschaften aus einer ansonsten wenig erhellend erscheinenden Traumgeschichte herausschälen.

Wie führe ich ein Traumtagebuch während der Rauhnächte?

Diese Frage ist sowohl leicht als auch praxisorientiert zu beantworten. Das Rauhnächte Traumtagebuch besteht aus exakt 12 Seiten, die alle nach dem folgenden Schema inhaltlich vorstrukturiert sind:

1) Einen griffigen „Arbeitstitel“ für den erinnerten Traum festlegen.

2) Die folgende Checkliste abarbeiten:

  • Wo und wann spielte die Traumhandlung?
  • Welche Personen (Traumfiguren) waren anwesend?
  • Was habe ich (der Träumende) dabei getan?
  • Was haben die Traumfiguren gemacht?
  • Welches Handlungsziel haben die Akteure angestrebt?
  • Gab es Konflikte oder Unvereinbarkeiten in der Traumhandlung?
  • Welche Gegenstände spielten eine Rolle?
  • Welche Symbole zeigten sich?
  • Welche Sinneseindrücke (Farben, Geräusche, Gerüche etc.) nahm ich wahr?
  • Welche Gefühle (Wut, Angst, Lust, Freude etc.) traten auf?
  • Standen Wunscherfüllungen, Prophezeiungen, Alltagsreste, Warnungen oder Blicke in ein Paralleluniversum im Mittelpunkt?
  • Welche Besonderheiten hatte der Traum?
  • Sind Träume wie dieser so oder ähnlich schon öfter geträumt worden?
  • Falls ja: Welche Elemente sind in den Wiederholungsträumen immer wieder gleich?
  • Ruft dieser Traum irgend welche Erinnerungen wach?
  • Welche offenen Fragen hinterließ der Traum?

Diese Checkliste ist als Maximalkatalog zu verstehen. Wahrscheinlich kann nicht zu jedem Traum jede Frage beantwortet werden. Dennoch sollte man sich Mühe geben, so detailliert und so präzise wie möglich zu erinnern. Je mehr Details festgehalten werden können, desto mehr wichtiges Analysematerial hat man am Ende.

Wenn mehr als nur ein Traum pro Rauhnacht erinnert wird, dann können wahlweise mehr Seiten (zusätzlich zu den 12 vorgesehenen) ausgefüllt werden, oder es kann der eine Traum ausgewählt werden, der den stärkeren Eindruck hinterlassen hat.

Viele Menschen, die sich in den Rauhnächten die Mühe einer akribischen Selbst-Analyse machen, werden durch verblüffende Erkenntnisse und sich öffnende Perspektiven für ein erweitertes Handlungsrepertoire belohnt. Und nicht selten wird die Gewohnheit des Traumtagebuch Führens so lieb gewonnen, dass sie über Dreikönig hinaus beibehalten wird.

Kann man dabei etwas falsch machen?

Wer sich an die nachfolgenden drei Ratschläge hält, macht alles richtig:

  1. Niemals, wirklich NIEMALS (!!!) irgend ein „Lexikon der Traumsymbole“ benutzen. Jeder Traum ist individuell für den Menschen maßgeschneidert, der ihn träumt. Allgemein gültige und interindividuell übergreifende Bedeutungen bestimmter Traumsymbole GIBT ES NICHT!
  2. Ein Traumtagebuch darf nicht unter Zwang geführt werden. Wenn diese Tätigkeit partout keine Freude machen will, dann möge der Selbstversuch beendet werden.
  3. Die Bedeutung eines Traums muss sich nicht sofort erschließen. Manchmal kann es sogar ein paar Tage dauern, bis die Selbstanalyse irgendwo „einrastet“ und dann einen mächtigen AHA-Effekt auslöst. Also bitte immer mit Geduld und ohne Leistungsdruck an das Thema herangehen.

Nun wünsche ich Ihnen ein spannendes und interessantes rauhnächtliches Traumleben mit vielen wertvollen Impulsen für Körper und Geist.

– Carina Collany –

Print Friendly, PDF & Email

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Anti-Spam durch WP-SpamShield