Ebola und Europa

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich das Buch „Hot Zone“ von Richard Preston mit angehaltenem Atem in einem Rutsch durchgelesen habe.

The Hot Zone book trailer by Ryan Chen

Was von dem absolut brillanten Autor Richard Preston damals als Roman in die Buchhandlung kam, ist heute zur blutig tödlichen Wirklichkeit geworden. Und zu einer ganz realen Lebensbedrohung, bei der ich als Europäerin diesmal mitspiele. Wenn ich Glück habe, werde ich in dieser Aufführung globaler Hilflosigkeit lediglich eine Statistin bleiben. Habe ich aber Pech, dann bekomme ich eine todsichere Hauptrolle. Und das jenseits von Afrika.

Wie Ebola in Europa einfällt

Sind Sie schon einmal mit einem Tier verreist, oder wollten Sie ein Tier aus Ihrem Urlaub mit nach Hause bringen? Dann wissen Sie, wie streng und unerbittlich ein ganzes Dickicht von Quarantäne- und sonstigen Vorschriften dem entgegen steht. Das ist zwar extrem lästig, aber im Sinne des gesundheitlichen Allgemeinwohls noch halbwegs nachvollziehbar. Doch während einerseits um jedes grenzüberschreitende Tier ein riesen Bohei gemacht wird, darf andererseits jeder Mensch ungehindert ein Flugzeug besteigen, auch wenn ihm Rotz, Blut und Wasser aus allen Körperöffnungen quellen. So kommt es, dass sämtliche Krankheitserreger im Allgemeinen und nun auch Ebola-Viren im Besonderen absolut ungehindert per Luftpost die Welt erobern. Dabei fallen natürlich jene Mauern zuerst, die einen internationalen Flughafen haben. Und davon gibt es in Europa reichlich.

Gestern Monrovia, heute Madrid

Wissenschaftler des Saarbrücker Max-Planck-Instituts für Informatik haben jetzt eine erschreckend anschauliche Simulation ins Netz gestellt, mit deren Hilfe jeder Interessierte höchst visuell nachvollziehen kann, auf welchen (Luft)Wegen Viren & Co. wandern. Die Publikation ist mit Pandemie zum Selbermachen mehr als treffend beschrieben:

Klickt man aus aktuellem Anlass Monrovia in Liberia als Startpunkt einer Epidemie an, dann gehen die ersten verseuchten Flüge nach Europa: Über Spanien, Frankreich, die Benelux-Staaten und Großbritannien breitet sich das Virus dann nach Chicago in den USA aus und von dort über die Ostküste. Am stärksten betroffen wären von einer Pandemie daher West- und Mitteleuropa, die US-Ostküste und schließlich auch einige Städte Südostasiens.

Da kommt doch Laune auf im globalen Dorf. Mit der aktuellen Version „Ebola-Virus gegen Mensch“ bekommt der biblische Klassiker „David gegen Goliath“ eine ganz neue Dimension. Höchste Zeit also, mal wieder einen Sieben-Punkte-Plan zum Thema vorzustellen, oder rückhaltlose Aufklärung zu fordern. Oder was dergleichen übliche politische Luftnummern mehr sind.

Wenn Sie schon vorher wissen wollen, wie die ganze Sache ausgehen wird, dann lesen Sie doch einfach Richard Prestons Buch. Denn dieses hat nun betrüblicher Weise seinen Status von „Fiktion“ auf „Tatsachenbericht“ geändert.

– Milla Münchhausen –

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3 Antworten

  1. Nicole sagt:

    Um Frankfurt sollte man jedenfalls einen großen Bogen machen:

    „Forscher des Max-Planck-Instituts haben ausgerechnet, wie schnell sich Viren von Flughäfen aus verbreiten können. Das höchste Pandemie-Risiko besteht demnach in Frankfurt.“
    http://www.gmx.net/magazine/gesundheit/ebola/verbreitungsrisiko-flughafen-frankfurt-30131588

    Das zum Thema Multikulti …

  2. Anonymous sagt:

    Man kann es auch spielerisch nehmen:
    http://www.giantmicrobes.com/us/products/ebola.html

    Die Amis schämen sich echt für gar nix. Ebolaviren als Kuscheltiere für Kinder zum knuddeln. Und was noch viel kranker ist: Dieser Mist ist inzwischen tatsächlich schon ausverkauft …

    Menschen sind wirklich das Allerdümmste auf Erden!

  1. 5. März 2020

    […] ist nicht Ebola darum wird man es kaum gewahr. Es wählt sich heimlich, still und leise die Lunge als das Ziel der […]

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