Wehrpflicht in Deutschland wieder einführen?

Wehrpflicht

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Ich gehöre zu einer Generation, in der es in Deutschland noch die Wehrpflicht gab. Und ich habe (aus sicherer weiblicher Deckung heraus) beobachten können, wie kreativ meine Mitschüler wurden, als es darum ging, die Wehrpflicht durch das Prädikat „untauglich“ zu umgehen. Manche haben sich auf ein gefährliches Untergewicht runter gehungert. Manche haben sich dicke fette pralle Pickel im Gesicht herangezüchtet, damit der dichte Sitz der Gasmaske nicht mehr gewährleistet wäre. Manche haben sich mit dem Verschlucken gefährlicher Substanzen so krank gemacht, dass sie den Weg zur Musterung nur mit Ach und Krach geschafft haben. Wer Asthma hatte, hat seine Krankheit zielführend „gepflegt“.

Die Wehrpflicht

war zu meiner (Schul)Zeit definitiv stark verpönt und bei den potenziellen jungen Soldaten gefürchtet. Wer konnte, hat sich in den Ersatzdienst gerettet. Entsprechend groß war die allgemeine Freude, als es eines befreiten Tages hieß, dass die Wehrpflicht abgeschafft wird. Wer dienen wollte, konnte das tun, wer es nicht wollte, musste auch nicht mehr. Doch jetzt, mit dem Russen vor der Tür und mit vielen sinnlosen Toten an den Kriegsschauplätzen, muss offenbar in Deutschland wieder über eine Bundeswehr mit Wehrpflicht nachgedacht werden. Wie stehen Sie zu der Frage:

Wehrpflicht wieder einführen, ja oder nein?

Wehrpflicht wäre, wenn sie denn wieder käme, nur ein Teil der Bundeswehr. Denn die Soldaten sind eine Sache, die Ausrüstung eine andere. Was nützt der motivierteste Soldat, wenn der ganze militärische Fuhrpark auf irgend einem besseren Abstellplatz defekt vor sich hingammelt? Wie sollen sich die Soldaten beim Überleben im Feindeswald vor schneidender Kälte schützen, wenn sie noch nicht mal warme Unterwäsche dafür haben? Und was nützt dem Soldaten im Ernstfall und im Schützengraben die ihm deutschtugendhaft eingeschliffene Fähigkeit, seine Stiefel spiegelblank zu wichsen? Bedenkt man weiterhin, wie „motiviert“ zum Wehrdienst gepresste Menschen die ihnen aufgebürdeten ungeliebten Aufgaben erledigen würden, dann scheint die Katastrophe perfekt. Daraus folgen in meinem privaten persönlichen Empfinden zwei Schlüsse:

  1. Die Wehrpflicht zwingt bloß Menschen an die Waffe, die dies nicht wollen. Wären die Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr ausreichend attraktiv, dann würde es keine Pflicht brauchen, um Männer und Frauen für den Dienst am Vaterland zu interessieren. Dann gäbe es genug Freiwillige, die sich wohl begründet und ohne Zwang der Bundeswehr anschließen würden.
  2. Solange die Bundeswehr, ausrüstungstechnisch gesehen, nicht mehr als ein zahnloser Papiertiger ist, sollte sich die Frage nach einer Wehrpflicht ohnehin von selbst erledigen. Was soll man denn mit 1000 Kampfjetpiloten, wenn keine der rostigen Mühlen auch nur aus dem Hangar rollen kann? Die reine Produktion von Kanonenfutter sollte auf gar keinen Fall ein Argument für den erzwungenen Wehrdienst sein.

Fazit

Ich persönlich halte die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus den oben genannten Gründen derzeit für keine sinnvolle Denkfigur. Und es würde mich sehr interessieren, wie Sie, werte Leserschaft, die Sache sehen.

– Carina Collany –

Beitragsbild/Symbolfoto von Carl Nenzen Loven auf Unsplash

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3 Antworten

  1. Kriegsdienstverweigerer sagt:

    Ich sehe da noch ein ganz anderes Problem.

    Jahrzehntelang hat man dem Deutschen eingebläut, wie unangemessen und geradezu obszön es ist, Patriotismus und Vaterlandsliebe zu hegen. Wer stolz darauf war, ein Deutscher zu sein, und dies auch gerne gezeigt hat, war (außer bei der Fußball-WM und bei der Impfidiokatie) schon eine rechtsradikal anrüchige Problemperson. Und in dieses Klima allseits beförderten Duckmäusertums und sozial geförderter Deutschen-Grundscham hinein soll nun eine neue Wehrpflicht platzen? Jetzt, auf einmal, soll es wieder ehrenwert sein, die deutsche Fahne hoch zu halten? Für mich ist das Scheinheiligkeit pur, wenn nicht sogar schon Schizophrenie. Deutschland ist echt das Allerletzte, aber wenn der Russe vor der Tür steht (wie es hier oben so schön heißt), dann darf es auf einmal ganz patriotisch doch mit Waffengewalt und auch um den Preis des eigenen Lebens verteidigt werden. Gaga gaga balla balla.

    Man möchte fast froh sein, dass die Deutsche Bundeswehr so ein abgehalftertes Häuflein Elend ist, mit dem wahrlich kein Krieg geführt oder gar gewonnen werden kann. Dumm nur, dass es dem Russen jetzt wohl durch die Hintertür gelingen wird, dass in Deutschland Milliarden an Steuergeldern nun wieder in die marode Bundeswehr statt in wesentlich wichtigere humanitäre Baustellen fließen. Es ist wirklich zum Verrücktwerden.

  2. Auswanderer sagt:

    Deutschland ist inzwischen komplett im Arsch:

    – Wider besseren Faktenwissens und entgegen alle Vernunft will der so genannte „Gesundheitsminister“ die allgemeine Impfpflicht gnadenlos durchpeitschen und den leibenteigneten entmündigten Deutschen damit auch noch das letzte bisschen Würde und Selbstbestimmung entreißen.

    – Aus Razzien in Ärztepraxen erbeutete vertrauliche Patientendaten werden einfach mallocker lässig an die Polizei durchgereicht, damit die dann wehr- und ahnungslose Bürger in Angst und Schrecken versetzen kann. Quelle: https://www.soester-anzeiger.de/lokales/werl/datenschutzverstoss-nach-praxis-razzia-in-werl-ehepaar-aus-ense-in-staendiger-angst-dass-die-polizei-vor-der-tuer-steht-91399429.html

    – Putins dicker Busenfreund HaHaHa-Schröder reist einfach mal so auf eigene Faust nach Moskau, um mit seinem verschallerten Kumpel sonstwas zu treiben. Die so genannte Bundesregierung weiß nichts davon. Quelle: https://www.fr.de/politik/ukraine-krieg-gerhard-schroeder-wladimir-putin-treffen-heute-moskau-news-91398522.html

    – Das Kanzleramt hält mit fadenscheinigsten und dümmlichsten Begründungen Informationen zurück, auf die das deutsche Stimmvieh einen Anspruch hätte. Quelle: https://www.gmx.net/magazine/politik/schroeder-merkel-treffen-kanzleramt-haelt-informationen-zurueck-36675672#.homepage.hero.Schr%C3%B6der-Merkel-Treffen:%20Kanzleramt%20h%C3%A4lt%20Informationen%20zur%C3%BCck.4

    – Wenn der kleine Mann heute mit seinem Auto zur Arbeit fährt, reicht der lausige Lohn nach Abzug sämtlicher erpresserischer staatlicher Zwangsabgaben noch nicht mal zum Tanken. Und was heute an Sprit fehlt, wird morgen auch in den Heizungen Mangelware sein. Deutschland zittert also aus mehreren Gründen.

    Ich könnte diese Liste noch beliebig erweitern. Das würde allerdings Sie und mich noch mehr runterziehen, als es die grausame Realität ohnehin schon tut. Also schließe ich hier mit der Frage, ob diese durch und durch korrupte, inkompetente und in hektisch operationalem Unsinn agierende so genannte Bundesregierung jetzt zu allem Überfluss auch noch in die Lage versetzt werden soll, junge Menschen an den Dienst an der Waffe oder an sonst einen blödsinnigen Dienst zu zwingen.

    Es macht wirklich keine Freude mehr, in einem Land zu Leben, dessen Generäle jegliche Bodenhaftung und jeglichen Verstand an der Garderobe angegeben haben. Wer kann, sollte sich einen anderen Ort zum Leben suchen. Hier in Deutschland gibt es auf Dauer leider keine sinnvolle und/oder erstrebenswerte Daseinsperspektive mehr.

  3. J. J. Kater sagt:

    Grundsätzlich halte ich eine Wehrpflicht bzw. Ersatzdienst in Deutschland für angebracht. Seien es nun 12 oder 15 Monate. Dann aber ohne zeitlichen Unterschied zwischen Wehrdient oder Ersatzdienst in Form von Rettungswesen, THW, Feuerwehr, Kranken- oder Altenpflege. Jeder Bürger könnte dies als Pflichtzeit dem Staat entgegenbringen.

    Das war gut so in den 1950ern bis in die 1970er Jahre. Heute fragt sich mit Sicherheit so manch einer, was denn der Staat für den Bürger tut. In Zeiten, wo sich unsere Landesführung die Taschen mehr und mehr vollmacht mit obzönen Diätenerhöhungen und so weiter, Rentner inzwischen Steuern und Krankenkasse zahlen müssen, Geld verjubelt wird für unsinnige Prestigeobjekte, steuerfreie Pensionen und und und …

    Da gebe ich @Auswanderer vollkommen Recht. Der Staat muss hinlangen, wo er kann, um dieses Pleiteland noch irgendwie am Laufen zu halten. Und wenn ein Mensch unseres regierenden Personals (Aufgemerkt: mit zuletzt genanntem Wort möchte ich der blödsinnigen Genderschreibweise etwas entgegenwirken – nur mal so nebenbei) Millionenbeträge in den Sand setzt oder anderweitig Dreck am Stecken hat, passiert nichts – rein gar nichts. Da sind mal eben SMS mit fadenscheinigen Aussagen gelöscht usw. @Auswanderer hat es ja nur zu deutlich mit Benenung der Namen beschrieben. Dann kommt noch so ein Lauterbach, der vehement an seiner Impfpflicht festhält, wie ein verstörtes Blag, dem man aus berechtigten Gründen die Schere wegnimmt. Da hilft offenbar auch kein gesunder Menschenverstand, der das derzetige Impfgehabe mehr und mehr zu Recht in Frage stellt.

    Und da verwundert es nicht, dass auf Pflichtdienst für den Staat so keiner mehr Lust verspürt. Insbesondere, wenn die Bürger mehr und mehr gemolken werden. Und um mit wirtschaftlichem und ökologischem Unsinn zu schliessen: Die Lufthansa beispielsweise verballert immense Resourcen mit Leerflügen, nur um die Slots nicht zu verlieren. Wo bleibt da Nachhaltigkeit und Umweltschutz? Da höre ich z. B. von den Grünen nichts, die schon lange gemerkt haben, dass Geld nicht stinkt. Und mit dem Fahrrad kommt auch keiner mehr zur Plenarsitzung. Aber uns erzählen, dass wir dann halt auch mal frieren müssen oder weniger Autofahren. Und für Lebensmittel muss auch mal etwas mehr hingeblättert werden.

    Ich bin jetzt genug abgewichen, aber auch genug genervt. Armes Deutschland …

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